Heilpflanze Neem

Heilpflanze Neem

Neem - Die wichtigsten Fakten

  • Die Heilpflanze Neem stammt ursprünglich aus Indien und Nyanmar (Burma).
  • Mittlerweile ist sie in vielen weiteren Ländern verbreitet.
  • Sie kann Wunden heilen, wirkt antiviral und wird in Indien teilweise sogar als Verhütungsmittel eingesetzt.
  • Doch auch in der Kosmetikbranche ist sie vielseitig einsetzbar.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Neem als Heilpflanze

Neem
Sammelzeit
  • Januar
  • Februar
  • März
  • April
  • Mai
  • Juni
  • Juli
  • August
  • September
  • Oktober
  • November
  • Dezember
Heilwirkung
Anwendung

Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Azadirachta indica L. oder Antelaea azadirachta.

  • Der wissenschaftliche Name Antelaea azadirachta wurde von „ Azad Darakht i Hindi“ abgeleitet. Dies bedeutet „drei freigiebige Baum Indiens“.

Oftmals wird der Neem auch Niem, Niembaum oder Neembaum genannt. Zudem trägt sie die volkstümlichen Namen:

  • Indischer Zedrach
  • Chinesischer Holunder
  • Paradiesbaum

Die Heilpflanze zählt zu den Mahagonigewächsen und zur Ordnung Seifenbaumartige.

Die Heimat der Pflanze liegt in Indien und in Nyanmar (Burma). Im letzten Jahrhundert wurde die Pflanze schließlich von Indien nach Ghana eingeführt. Von dort verbreitete sie in viele weitere afrikanische Länder. Heutzutage wird sie allerdings auch in Puerto Rico, auf Hawaii, in der USA (vor allem in Südkalifornien, Arizona und Südflorida), auf den Jungferninseln und in der Karibik kultiviert. Dazu ist sie inzwischen auch in Pakistan, Thailand, Saudi-Arabien sowie auf den Philippinen und auf Java verbreitet.

  • Hinter der Schale der Früchte befindet sich ein Kern mit Samen. Sobald die Früchte reif sind, sollten die Kerne rasch entfernt werden. Andernfalls können diese nämlich schnell von Pilzen befallen werden. Dadurch können sich wiederum giftige Substanzen bilden.

Der Neembaum enthält etwa 400 Biostoffe. Die wichtigsten sind folgende Substanzen:

  • Limonoide Azadirachtin
  • Salannin
  • Meliantriol
  • Nimbin

Der Neem ist ein immergrüner Baum. Er kann bis zu 20 Meter hoch werden und trägt weiße Blüten, die angenehm duften. Als Heilpflanze kann er sehr vielseitig eingesetzt werden. Vor allem in Indien wird er sehr vielseitig eingesetzt. Doch auch hierzulande verwendet man die Pflanze beispielsweise als Tee oder Aufguss.

Neem - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Heilpflanze besitzt viele positive Wirkungen. Unter anderem wirkt sie beispielsweise antidiabetisch, antibakteriell sowie antiviral. Außerdem kann sie die Verdauung fördern, Wunden heilen, Fieber senken, Husten stillen und den Appetit anregen. Darüber hinaus wird ihr eine antimikrobielle sowie eine spermidzide Wirkung nachgesagt.

  • Zwar gab es bislang nur wenige Fälle, bei denen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Neem aufgetreten sind. Dennoch kann die Pflanze bereits in einer geringen Dosis Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Hierzu zählen beispielsweise Benommenheit, Hyperventilation, Übelkeit und Erbrechen. Zudem sind zwei Fälle bekannt, bei denen Kinder nach der Einnahme der Pflanze eine akute Vergiftung erlitten.

Neem - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Hilfreich ist die Pflanze bei vielen Beschwerden. Zu diesen zählen unter anderem auch Bluthochdruck und Blutarmut sowie Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und Schilddrüsenerkrankungen. Dazu kann sie bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:

  • Gelbsucht
  • Geschwüre
  • Nesselsucht
  • Hämorrhoiden
  • In Indien wird die Pflanze auch zur Verschönerung der Haare und Fingernägel genutzt. Denn diese sollen durch den Neembaum einen natürlich Glanz erhalten. Zudem wird in Indien der Zweig des Baumes zum Reinigen der Zähne verwendet. Doch auch in der westlichen Kosmetikindustrie gibt es Produkte, die Neem enthalten. Zu diesen zählen beispielsweise Seifen, Shampoos gegen Schuppen oder Kopfläuse sowie Duschmittel.

Neem - Anwendung der Heilpflanze

Zum Einsatz kommen kann fast die ganze Pflanze. Dennoch werden hauptsächlich die Blätter, die Früchte sowie die Rinde genutzt.

Äußerliche Anwendung

Wer äußerliche Wunden heilen möchte, kann hierzu die Rinde des Neembaums abkochen und somit schlecht heilende oder chronische Wunden behandeln. Bei Hauterkrankungen kann die Pflanze hingegen als Badezusatz genutzt werden. Am häufigsten wird allerdings das Samenöl verwendet. Dieses darf jedoch nicht innerlich eingesetzt werden, da es in einer zu hohen Menge die Leber schädigen kann. Äußerlich kann es jedoch sehr gut gegen Hämorrhoiden, Rheuma, Mykosen oder Hautbeschwerden verwendet werden.

  • Das Niemöl kann Insekten vertreiben und dadurch auch zur Bekämpfung von Schädlingen zum Einsatz kommen.

Innerliche Anwendung

Die Blätter des Neem können verzehrt werden und dadurch gegen Blasenentzündungen, Malariafieber und Darmparasiten helfen. Zudem werden sie verwendet, um das Immunsystem zu stärken bzw. zu verbessern. Dazu kann man auch einen Teeaufguss oder einen Aufguss der Rinde zubereiten und anschließend einnehmen. Der Aufguss der Rinde hilft ebenfalls beim Heilen von Wunden. Die getrockneten Blüten können wiederum vor allem Gewürz genutzt werden. Dies regt die Verdauung an.

  • In Indien, dem Heimatland der Pflanze, wird die Pflanze außerdem als Verhütungsmittel genutzt. So verzehren Frauen täglich die frischen Blätter des Neembaums. Alternativ spritzen sie sich auch das verdünnte Öl in die Vagina. Männer verzehren hingegen Extrakte der Rinde. Dies soll sie für eine gewisse Zeit steril machen. Diese Wirkungen werden übrigens von der Wissenschaft eingehend untersucht.

Quellen

Schrott, Ernst / Ammon, Hermann Philipp Theodor: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin – Eine Gegenüberstellung
Vonarburg, Bruno: Homöotanik – Farbiger Arzneipflanzenführer der klassischen Homöopathie
Verheugen, Elke: Bon Dia Curacao – Der kleine Reiseführer 2015
Reisdorff, Christoph / Franke, Wolfgang / Lieberei, Reinhard: Nutzpflanzenkunde
Krist, Sabine / Buchbauer, Gerhard / Klausberger, Carina: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle


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