Pfingstrose als Heilpflanze

Pfingstrose als Heilpflanze

Pfingstrose - Die wichtigsten Fakten

  • Die Pflanze ist in Kleinasien und Südeuropa beheimatet.
  • Pfingstrosen sind durch das enthaltene Paeonin leicht giftig.
  • Sie ist schon seit der Antike als Heilpflanze bekannt.
  • Ihre entzündungshemmende Wirkung hilft bei verschiedenen Erkrankungen.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Pfingstrose als Heilpflanze

Pfingstrose
Sammelzeit
  • Mai
  • Juni
Heilwirkung
Anwendung

Der wissenschaftliche Name der Pfingstrose lautet Paeonia. Sie gehört zur Familie der Paeoniaceae (Pfingstrosengewächse).

Pfingstrosen werden im Volksmund auch als Päonien, Kirchenrose oder Kirchenblume, Gichtrose, Benediktinerrose, Knopfrose, Ballerose, Pumpelrose, Antonirose oder Bauernpfingstrose bezeichnet. Im englischen Sprachraum lautet ihre Bezeichnung Peony.

Die Pflanze zählt zur Familie der so genannten Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae). Dieser Großgattung gehören insgesamt 32 Arten an.

Das Gewächs ist vor allem in den gemäßigten Klimazonen oder in den subtropischen Regionen Eurasiens heimisch, hauptsächlich in den Bergregionen Kleinasiens, Ostasiens, Südeuropas und Kaukasiens.

Die Sammelzeit für die Pflanze erstreckt sich auf die Monate Mai und Juni.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe, die der Pflanze ihre heilwirksamen Eigenschaften verleihen, sind folgende:

  • Iridoide
  • ätherische Öle
  • Flavone
  • Myricetin
  • Tannine
  • Harz
  • Farbstoff (Päonin)

Das in der Pflanze enthaltene Alkaloid Paeonin zählt zu den schwach giftigen Stoffen.

Die Pfingstrose zählt zu den ausdauernden krautig wachsenden Pflanzen. Etwas seltener findet man sie als verholzenden Halbstrauch. Sie wird bis zu 100 Zentimeter groß und besitzt eine knollen-artige Wurzel. Vom großen Hauptstängel verzweigen sich kleinere, gestielte Stängel, die Blätter besitzen, welche auf der Oberseite kahl und dunkelgrün sind, auf der Unterseite aber behaart und grau. Die farbenprächtigen, rot- bis rosafarbenen Blüten verleihen der Pflanze eine große Auffälligkeit.

  • Die botanische Bezeichnung Paeonia stammt vom griechischen Wort „paionia“ ab, welches den Götterarzt Paian ehrt. Laut einer griechischen Sage soll Paian mit dieser Pflanze Pluton, den Gott der Unterwelt, geheilt haben, als dieser von Herakles während eines Kampfes verletzt wurde.

Pfingstrose - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Pflanze wirkt unter anderem ausleitend, blutdrucksenkend und vor allem entzündungshemmend.

Pfingstrose - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Das Mittelalter kannte die Pflanze als hilfreiches Mittel bei Gicht sowie bei Frauen- und Kinderkrankheiten. Auch bei Kindern, die Zähne bekamen, wurde die Pflanze eingesetzt. Bis in die Zeit des 19. Jahrhunderts wurde die Pfingstrose gegen Epilepsie eingesetzt. Heute verwendet man sie bei Hämorrhoiden und Analfissuren, um die Schmerzen nach dem Stuhlgang zu lindern.

Auch bei Hauterkrankungen, Atembeschwerden, Rheuma, Gastritis, Magen-Darm-Beschwerden, Nervosität, Herzbeschwerden, Migräne oder Neuralgien kann sie die Beschwerden durch ihre Wirkstoffe bekämpfen.

Pfingstrose - Anwendung der Heilpflanze

Für eine Anwendung der Pflanze werden meist die Blütenblätter sowie die Wurzel verwendet.

  • Der Inhaltsstoff Paeonin macht die Pflanze leicht giftig. Deshalb sollte auf eine unkontrollierte Selbstmedikation verzichtet werden. Jede Behandlung ist mit einem Arzt abzustimmen.

Äußerliche Anwendung

Aufgrund der Giftigkeit sollte die Pflanze nur homöopathisch bzw. äußerlich mit Hilfe von Salbe oder Tinktur verwendet werden.

Innerliche Anwendung

Solle die Pflanze innerlich angewendet werden, kann man die getrockneten Blütenblätter einer Teemischung beifügen. Man kann laut Hildegard von Bingen aber auch aus der Wurzel, dem Samen und Wein einen Sud kochen, von dem man dreimal am Tag ein kleines Likörglas voll trinkt.

Eine innerliche Anwendung der Pflanzenteile sollte nur mit Hilfe homöopathischer Fertigpräparate erfolgen. Ihre Wurzel bewirkt eine Verbesserung der Funktionen von Milz und Leber. Vor allem kann man sie nutzen, um Hitze aus dem Körper zu leiten, Blut zu kühlen oder wieder in Fluss zu bringen, was bei Schmerzen im Bauchraum, bei gynäkologischen Beschwerden oder auch bei Bauchtumoren hilfreich sein kann.


Quellen

Reichling, Jürgen: Arends Volkstümliche Namen der Drogen, Heilkräuter, Arzneimittel und Chemikalien
Hensel, Wolfgang: Welche Heilpflanze ist das?
Traversier, Rita / Staudinger, Kurt / Friedrich, Sieglinde: TCM mit westlichen Pflanzen: Phytotherapie - Akupunktur - Diätetik
Tobyn, Graeme / Denham, Alison / Whitelegg, Midge: The Western Herbal Tradition: 2000 Years of Medicinal Plant Knowledge
Quattrocchi, Umberto: CRC World Dictionary of Medicinal and Poisonous Plants: Common Names, Scientific Names, Eponyms, Synonyms, and Etymology


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