Heilpflanze Quendel – der wilde Verwandte des Thymian

quendel

Er ist eine Heilpflanze mit jahrtausendealter Tradition - vom antiken Ägypten über Griechenland bis hin zur Nennung im Mittelalter bei Hildegard von Bingen und aktuellen Forschungen in der heutigen Zeit.

Die Verbreitung der Pflanze reicht über den Norden Skandinaviens, den Balkan und Russland bis nach Pakistan.

Bekannt ist er - und auch sein Verwandter der Thymian - vornehmlich als Hustenlöser. In früheren Zeiten wurde er auch zum Räuchern, als Gegengift oder Frauenheilkraut zur Erleichterung von Geburten verwendet.

Quendel und Gewürzthymian (Thymus vulgaris) ähneln sich in der Zusammensetzung sehr, im Bedarfsfall kann ebenso ein Griff in den Küchenschrank hilfreich sein.

  • Der Quendel ist ein naher Verwandter des Thymians und in Europa, Sibirien und Rußland heimisch.
  • Wirksam sind vor allem die enthaltenen ätherischen Öle, welche in fast identischer Form auch im Gewürz-Thymian zu finden sind.
  • Er ist vor allem bekannt als Hustenmittel bei Erkältungskrankheiten, hat aber auch eine lange Tradition in der Frauenheilkunde.

Quendel als Heilpflanze

Der lateinische Name lautet Thymus serpyllum und wird nach geografischer Lage in zwei Unterarten aufgeteilt:

  • Thymus serpyllum serpyllum: (Europa bis Sibirien)
  • Thymus serpyllum tanaensis (Skandinavien und nördliches Rußland)

Quendel ist unter unzähligen Namen bekannt, unter anderem bezeichnet man ihn auch als:

  • Sandthymian
  • Feldthymian
  • Wilder Thymian
  • Bergthymian
  • Liebfrauenbettstroh
  • Kinderkraut

Er entstammt der Gattung der Thymiangewächse (Thymus), welche den Lippenblütlern (Lamiaceae) zuzuordnen sind.

Die Sammel- und Blütezeit ist von Region zu Region unterschiedlich.
In Europa blüht der Quendel von Juli bis September, die Sammelzeit wird von ca. Mai bis September angegeben.

Hauptwirkstoffe sind vor allem ätherische Öle, welche je nach Region in unterschiedlichen Mengen vorhanden sein können:

  • Carvacrol
  • Thymol
  • Linalool
  • Cineol

    Außerdem sind Lamiacaengerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonide enthalten.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Quendel - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Inhaltsstoffe haben folgende Wirkungen:

Quendel - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

An erster Stelle steht die Anwendung bei Erkältungskrankheiten als Hustenlöser.
Zudem besteht eine entkrampfende Wirkung auf die Bronchien, wodurch er gerne auch bei Reizhusten, Keuchhusten oder Asthma Verwendung findet.

Die antiseptische Wirkung unterstützt zudem die Bekämpfung der Erreger.

Weniger bekannt ist der wirkungsvolle Einsatz in der Frauenheilkunde zur Lösung von Menstruationskrämpfen und Regulation des Zyklus.

Bei Einschlafstörungen kann der Quendel beruhigend auf das Nervensystem wirken, falls die Ursache in diesem Bereich zu finden ist.

  • Die Substanzen dürfen in der Schwangerschaft nicht in großen Mengen eingenommen werden. Hierzu ist immer Rücksprache mit dem betreuenden Arzt zu halten!

Quendel - Anwendung der Heilpflanze

Der Quendel kann innerlich und äußerliche in vielen Formen angewendet werden.
Die häufigste Verwendungsform ist jedoch der Tee.

Elixiere, Säfte und Pastillen sind ebenfalls in Apotheken erhältlich. Hierbei wird allerdings oft der Arzneithymian verwendet.

Äußerliche Anwendung

Hier gibt es viele Möglichkeiten den Quendel anzuwenden. Als Aufguss, Extrakt, alkoholischer Auszug - oder die zerriebene Pflanze selbst können für die Herstellung von Einreibungen, Bädern, Waschungen oder Umschlägen verwendet werden.

Hier einige Beispiele:

  • Bei Prellungen oder Quetschungen kann eine alkoholische Einreibung oder ein Breiumschlag Linderung verschaffen (Vorsicht bei offenen Wunden!)
  • Die Inhalation des gebrühten Sudes kann die Abheilung von Husten und Schnupfen unterstützen.
  • Ein Fußbad wirkt desinfizierend und wärmend.

Innerliche Anwendung

Die getrocknete Pflanze wird vor allem als Tee eingenommen.
In Elixieren oder Säften liegen die Wirkstoffe in konzentrierter Form vor, auch können anteilig Wirkstoffe in fertigen Präparaten (z.B. Hustensäften) zu finden sein.


Quellen

Kremp, Dieter:Christliche Pflanzennamen
Jaric, Snezana / Mitrovic, Miroslava / Pavlovic, Pavle: Review of Ethnobotanical, Phytochemical, and Pharmacological Study of Thymus serpyllum L.
Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde:Quendel
Iburg, Anne: Dumonts Kleines Lexikon der Heilmittel: Quendel


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