Heilpflanze Ratanhia

Heilpflanze Ratanhia

Ratanhia - Die wichtigsten Fakten

  • Bei dieser Heilpflanze handelt es sich um die Wurzel der in Südamerika wachsenden Krameria lappacea.
  • Die Wurzel wird durch Wildsammlung gewonnen.
  • Ratanhia kann als Sud, Tinktur oder Aufguss verwendet werden und wird gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Ratanhia als Heilpflanze

Ratanhia
Sammelzeit
  • Januar
  • Februar
  • März
  • April
  • Mai
  • Juni
  • Juli
  • August
  • September
  • Oktober
  • November
  • Dezember
Heilwirkung
Anwendung

Der wissenschaftliche Name der Rathaniawurzel ist Radix Ratanhiae.

Volkstümliche Namen für die Ratanhia sind keine bekannt. Im englischen Sprachraum ist sie als krameria, krameria root oderauch als rhatany root bekannt.

Die Stammpflanze der Wurzel ist die Krameria lappacea. In einigen Monographien werden auch Krameria triandra und Krameria argentea als Stammpflanzen genannt. Alle drei gehören zur Gattung der Krameriaceae, der Ratanhiengewächse.

Die Krameria lappacea ist ein kleiner, etwa ein Meter hoher Halbtrauch mit niederliegenden Zweigen und einfachen, weiß behaarten Laubblättern. Die Blüten sind viergliedrig mit roten Kelchen. Die Frucht ist eine einsamige Beere.

Die Stammpflanze der Ratanhiawurzel wächst in Südamerika. Die Droge wird ausschließlich aus Wildvorkommen gesammelt. Hauptlieferant ist Peru, seltener Ecuador. Auch in Bolivien wächst die Ratanhiawurzel.

Eine bestimmte Sammelzeit gibt es nicht, da von der Stammpflanze nur die Wurzel gesammelt wird und man somit nicht auf eine Blütezeit angewiesen ist.

Die Ratanhiawurzel besteht bis zu 15 % aus Gerbstoffen (vor allem kondensierte Proanthocyanidine). Dem Substitutionstyp nach handelt es sich um Gemische von Procyanidinen und Propelargonidinen. Mit zunehmender Lagerdauer verschiebt sich das Verhältnis zwischen adstringierend wirkenden oligomeren Proanthocyanidinen und Phlobaphenen vermehrt zugunsten der Phlobaphene. Desweiteren sind lipophile Neolignane und Norneolignane, darunter Ratanhiaphenole I, II und III, die unterschiedlich substituierte 2-Phenyl-5-pro-penylbenzofurane darstellen, in der Wurzel enthalten.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick:

  • Catechingerbstoffe
  • Flavonole
  • Phlobaphene
  • Neolignane, Norneolignane

Die Ratanhiawurzel stammt von der Krameria lappacea, einem staudenartigen Gewächs mit runden, horizontal verlaufenden Wurzeln, das vor allem auf den Abhängen der Kordilleren von Peru wächst. Die Wurzeln der kleinen Sträucher bestehen aus etwa faustdicken Hauptwurzeln und den mehrere Meter langen Nebenwurzeln. Sie sind braunrot und hinterlassen über Papier gerieben Farbspuren. Die Wurzel schmeckt stark adstringierend, was an dem hohen Gerbstoffgehalt liegt.

  • Die Wurzel gibt es als Ganzdroge, Schnittdroge und Pulverdroge. Die Ganzdroge besteht aus 1 bis 3 cm dicken zylindrischen und wenig verzweigten Wurzeln. Bei der jungen Ganzdrofe ist die Rinde glatt, bei älteren Wurzeln stark querrissig. DIe Schnittdroge besteht aus höchstens 20 mm langen Fragmenten von Rinde und Holz. Bei der Pulverdroge handelt es sich um ein rötlichbraunes Pulver.

Einsatzgebiete der Pflanze sind leichte Entzündungen, Diarrhö und Harnwegsinfekte.

Ratanhia - Heilwirkung der Heilpflanze

Als Heilpflanze ist die Ratanhiawurzel vor allem aufgrund ihrer adstringierenden und antimikrobiellen Wirkung bekannt. Sie wird zur Behandlung leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut genutzt. Die Heilwirkung wird vor allem den Gerbstoffen und in geringerem Maße auch den Neolignanen und Norneolignanen zugeschrieben. Allerdings liegen keine kontrollierten klinischen Studien zur Wirksamkeit der Wurzel bei diesen Anwendungsgebieten vor.

Ratanhia - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Ganz konkret hilft die Wurzel gegen Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut.

Ratanhia - Anwendung der Heilpflanze

Die Ratanhia wird zur lokalen Behandlung bei leichten Entzündungen der Schleimhaut in Mund und Rachen eingesetzt. Zu diesem Zweck wird die Droge abgekocht und als Sud, Tinktur, Aufguss, Spülung oder Gurgellösung verwendet.

Äußerliche Anwendung

Die Wurzel wird äußerlich als Extrakt zur Reinigung und Kräftigung des Zahnfleischs und leichter Entzündungen vn Mund- oder Rachenraum in der Form einer in Wasser gelösten Tinktur oder als Aufguss oder Sud eingesetzt.

  • Einen Sud bzw. Aufguss aus der Rantanhiawurzel kann man herstellen, indem man einen knappen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel mit 150 ml kochendem Wasser übergießt und 15 Minuten ziehen lässt. Mit dem Aufguss kann man nach Bedarf zwei bis drei Mal täglich den Mund- und Rachenraum spülen oder gurgeln. Hierzu sollte jedesmal ein frischer Aufguss hergestellt werden.

Innerliche Anwendung

Eine innerliche Anwendung der Ratanhiawurzel ist relativ selten und wird nur bei Diarrhöe und Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane und der Harnwege genutzt.


Quellen

Hänsel, Rudolf / Hölzl, Joseph: Lehrbuch der pharmazeutischen Biologie. Ein Lehrbuch für Studenten der Pharmazie im zweiten Ausbildungsabschnitt.
Hänsel, Rudolf / Keller, Konstantin / Rimpler, Horst / Schneider, Georg: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Drogen E - O.
Hänsel, R. / Steinegger, E.: Pharmakognosie - Phytopharmazie.


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