Seifenkraut – eine Heilpflanze die sich gewaschen hat

Seifenkraut – eine Heilpflanze die sich gewaschen hat

Seifenkraut - Die wichtigsten Fakten

  • Die Pflanze ist seit dem Mittelalter als Waschmittel bekannt.
  • In Wurzel und Blättern sind Saponine (pflanzliche Seifenstoffe) und andere Wirkstoffe enthalten.
  • Auch heilkundlich hat das Seifenkraut eine reinigende und lösende Wirkung.
  • Vor allem in den Atmungsorganen ist es ein wirksames Mittel zur Lösung von festsitzenden Verschleimungen.
  • Es wird ebenfalls zur Behandlung von Hauterkrankungen und zur Blutreinigung verwendet.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Seifenkraut als Heilpflanze

Die lateinische Bezeichnung des heilwirksamen Seifenkrauts lautet Saponaria officinalis.

Daneben gibt es Unterarten mit der Bezeichnung Saponaria ocymoides (Alpen-Seifenkraut)
oder Saponaria moschata (Wohlduftendes Seifenkraut)

Die ungewöhnliche Verwendung der Pflanze stand mitunter Pate für viele Bezeichnungen des Seifenkrauts:

  • Waschwurzel
  • Waschkraut
  • Speicherwurzel
  • Spatzenwurzel
  • Schlüsselkraut
  • Zaunseife
  • Hustenwurzel
  • Herbstnelke

Die Pflanze gehört zu den Seifenkräutern (Saponaria) in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Das Kraut ist in ganz Europa in gemäßigten Klimazonen zu finden.
Es wächst bevorzugt auf feuchten, steinigen und kiesigen Böden – und ist an Wegrändern, Hecken, Uferrändern und auch an Mauern zu finden.
Auch in höheren Lagen (bis zu 1600m Höhe) gedeiht das Seifenkraut.

Verwendet werden vornehmlich die Wurzeln und Blätter der Pflanze.
Die Blüten enthalten nur eine geringe Menge an Inhaltsstoffen.
Die Wurzeln werden im Frühjahr und Herbst gesammelt, die Blätter im Juni und Juli.

Der hauptsächliche Bestandteil der Pflanze sind die Saponine (Seifenstoffe).
Zudem sind Flavonglykosid, Zucker, Vitamin C und ätherisches Öl zu finden.

Beim Seifenkraut ist der Name Programm: Die Pflanze wurde in früheren Zeiten tatsächlich als Waschmittel verwendet.
Denn wenn Wurzel und Blätter in Wasser zerrieben werden, entsteht ein leichter seifenhaltiger Schaum welcher zur Reinigung verwendet werden kann. Die Pflanze als Waschmittel ist seit dem Mittelalter bekannt – und auch die Heilkräfte, die in den Seifenstoffen vorhanden sind.

Und auch wenn es ein wenig seltsam anmutet, kann durchaus ein Tee oder Elixier aus der Pflanze eingenommen werden.
Die Wirkung ist – und wie könnte es anders sein – vor allem eine reinigende und lösende.

Seifenkraut - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Wirkungen der Inhaltsstoffe werden in ihrer Kombination wie folgt beschrieben:

  • auswurffördernd
  • schleimverflüssigend
  • schleimlösend
  • abführend
  • antirheumatisch
  • sekretionsanregend (Verdauung)
  • blutreinigend

Seifenkraut - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Die Inhaltsstoffe können hartnäckige Verschleimungen lösen und verflüssigen, um den Auswurf zu erleichtern. Demnach ist das Seifenkraut bei Erkältungskrankheiten mit Husten, Schnupfen und starker bronchialer Verschleimung (Bronchitis) empfohlen.

Im Magen-Darm-Bereich wird die Bildung von Verdauungssäften angeregt, daher ist eine Anwendung bei Verdauungsproblemen wie Verstopfung oder Blähungen möglich.

Die Pflanze hat eine allgemein reinigende Wirkung auf den ganzen Körper und kann bei folgenden Beschwerden bzw. zu folgenden Zwecken angewendet werden:

  • Blutreinigung
  • Rheuma
  • Wasseranstauungen (Ödeme)
  • Anregung des Stoffwechsels
  • Akne
  • Hautunreinheiten
  • Ekzeme
  • Furunkel
  • Hautausschläge
  • Schuppenflechte
  • Hautpilzerkrankungen

Seifenkraut - Anwendung der Heilpflanze

Die Pflanzenteile können innerlich und äußerlich angewendet werden.
Verwendet werden vorwiegend Wurzeln und Blätter, da die Wirkstoffe in diesen Teilen vorhanden sind.

Äußerliche Anwendung

Betroffene Hautareale werden mit einem Aufguß (Sud) betupft.
Auch Bäder können bei großflächigen Beschwerden angewendet werden, indem der Sud dem Badewasser beigefügt wird.

Innerliche Anwendung

Der Tee wird als Kaltauszug getrunken. Hierbei werden die Wurzeln und Blätter über Nacht in lauwarmem Wasser angesetzt.
Der kalte Sud wird am Folgetag gefiltert und über den Tag verteilt zu den Mahlzeiten getrunken.

Einfachere Handhabe bietet ein Elixier aus Seifenkraut. Hier werden – vor den Mahlzeiten – einige Tropfen in Wasser verdünnt eingenommen.

  • Saponine sind in großer Menge giftig, bei einer Überdosierung kommt es zu Krämpfen und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Quellen

Vonarburg, Bruno: Homöotanik: Blütenreicher Sommer: Seifenkraut
Iburg, Anne: Dumonts Kleines Lexikon der Heilmittel: Seifenkraut
Wiesenauer, Markus: Phytopraxis: Saponindrogen


Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant