Ackerschachtelhalm

Der Ackerschachtelhalm wächst schon seit Jahrmillionen auf der Erde und ist sehr reich an Kieselsäure. Daher ist er auch eine wichtige Heilpflanze, die allerdings etwas in Vergessenheit geraten ist.

Ihre Wichtigkeit als Heilpflanze unterstreicht auch die Tatsache, dass sie im Jahr 1997 vom Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands e.V. zur Heilpflanze des Jahres gekürt wurde.

Die ungewöhnliche und weit verbreitete Pflanze kann darüber hinaus auch gegessen werden und wird in Japan als Gemüse angebaut. Dabei nutzt man sowohl die Sporentriebe als auch die später erscheinenden Sommertriebe und die Wurzelknollen.

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Die wichtigsten Fakten über den Ackerschachtelhalm

Die Schachtelhalme besiedeln unsere Erde bereits seit Urzeiten und waren früher so hoch wie Bäume. Heute ist der Acker-Schachtelhalm dagegen nur noch 30 bis 50 cm hoch, besitzt aber immer noch die gleiche charakteristische Struktur, der er auch seinen Namen verdankt. Schließlich bestehen die Pflanzen aus vielen Segmenten ('Schachteln'), die den Halm formen.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist die Art unter dem Namen Equisetum arvense bekannt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die Heilpflanze aufgrund ihrer Eigenschaften und Nutzungen auch unter folgenden Namen bekannt:

Der Name Zinnkraut geht dabei auf die Verwendung der Pflanze zur Reinigung von Zinngefäßen zurück. Die in der Pflanze enthaltenen Kieselsäurekristalle wirken dabei als Putzkörper.

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Ackerschachtelhalm gehört zur Gattung der Schachtelhalme (Equisetum) sowie zur Familie der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae).

Heilwirkung des Ackerschachtelhalms

Der Ackerschachtelhalm wird vorwiegend als Heilpflanze bei Rheuma verwendet, da er folgende Heilwirkungen besitzt:

Inhaltsstoffe

Der wichtigste Wirkstoff der Heilpflanze ist die Kieselsäure, die bis zu 10 % der Pflanze ausmacht. Zudem sind folgende therapeutisch wirksame Bestandteile im Ackerschachtelhalm enthalten:

Die Asche der Heilpflanze enthält viel Aluminium und Kaliumchlorid.

Anwendung des Ackerschachtelhalms

Äußerliche Anwendung

Der Ackerschachtelhalm kann äußerlich als Voll- oder Teilbad sowie als Wickel oder Auflage verwendet werden. Dazu kocht man je nach Bedarf eine größere Menge Tee und verdünnt diese mit Wasser. Für ein Vollbad benötigt man zum Beispiel etwa 150 Gramm Ackerschachtelhalm.

Bei Ekzemen, Geschwüren und anderen Beschwerden kann man aber auch Wickel oder Auflagen nutzen. Dazu taucht man Tücher in den Tee und legt sie auf die betroffenen Stellen. Um die wirksame Kieselsäure aus den Pflanzenteilen zu lösen, muss der Tee mindestens 20 Minuten kochen.

Innerliche Anwendung

Tee

Der Tee kann auch innerlich genutzt werden. Auch hier muss man den Tee mindestens 20 Minuten kochen, um die Kieselsäure aus der Pflanze zu lösen. In dieser Form hilft der Tee dem Harnapparat oder dem Bindegewebe, aber auch bei rheumatischen Schmerzen. Die getrockneten Pflanzenteile eignen sich auch gut für eine Schlankheitskur, da sie den Stoffwechsel anregen. Sechs Wochen lang kann man dazu einen Tee aus Ackerschachtelhalm, Melisse, Spitzwegerich, Hirtentäschel und Holunderblüten trinken.

Frischer Presssaft

Der frische Presssaft eignet sich zur Blutstillung.

In der Küche

In Japan wird der Ackerschachtelhalm als Gemüse angebaut, aber auch bei uns kann man ihn probieren. In der Küche können sowohl die neutral schmeckenden, grünen Triebe als auch die Sporentriebe und die Wurzelknollen verwendet werden. Die grünen Sommertriebe und die braunen Sporentriebe können als Salat oder Gemüse genutzt werden. Die Sporentriebe werden dabei wie Spargel oder Pilze zubereitet oder eingelegt. Die Wurzelknollen gelten dagegen als sättigende Beigabe bei allerlei Gerichten.

Bei folgenden Leiden hilft der Ackerschachtelhalm

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BlasenschwächeEkzeme
NierenschwächeHautentzündungen
DurchblutungsstörungenÖdeme
Rheumatische SchmerzenWassersucht
FrostbeulenWunden
Schwache MenstruationAfterjucken
Krampfadern Blutungen

Vorkommen und Sammelzeit des Ackerschachtelhalms

Der Ackerschachtelhalm ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet und kommt sowohl in arktischen als auch submediterranen Regionen vor. Dabei wächst er unter ozeanischen bis hin zu extrem kontinentalen Klimabedingungen.

Oft findet man die Heilpflanze auf Äckern sowie an lehmigen und feuchten Wiesenrändern, Gräben und Böschungen. Dabei kann man ihn gerade auf feuchten Stellen mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechseln.

Sammelzeit

Die grünen Sommertriebe des Ackerschachtelhalms werden von Mai bis Juli oder August gesammelt. Der weißlich-braune Sporentrieb, der im Frühjahr erscheint und der Fortpflanzung dient, wird dagegen nur als Gemüse, aber nicht als Heilpflanze verwendet. Die ebenfalls als Gemüse nutzbaren Wurzelknollen werden im Herbst gesammelt.

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