Heilpflanze Berberitze

Die Berberitze ist eine alte Heilpflanze, die schon von den Ägyptern zusammen mit Fenchelsamen zur Bekämpfung von Fieber genutzt wurde. Plinius empfahl sie dagegen bei Durchfall.

Die saure Frucht der Berberitze ist aber heute noch beliebt und wird auch als Marmelade oder getrocknet wie Rosinen in Müslis verwendet.

Neben den Früchten findet auch die Wurzelrinde Anwendung in der Volksheilkunde.

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Die wichtigsten Fakten über die Gewöhnliche Berberitze

Die Berberitze verdankt ihren Namen wahrscheinlich den Römern, die die Pflanze mit den Berbern in Verbindung brachten. Diese nutzten die sauren Früchte oft in ihrer Küche.

Dabei werden noch heute vor allem die Früchte alter Sträucher verwendet, da diese kernlos werden.

Das in der Wurzelrinde enthaltene Alkaloid Berberin wird heute auch von der Arzneimittelforschung intensiv untersucht und wird aufgrund der lipid- und blutzuckersenkenden Wirkung gern in Leber- oder Gallentees und bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung verwendet.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Gewöhnliche Berberitze unter dem Namen Berberis vulgaris geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die Gewöhnliche Berberitze auch unter folgenden Namen bekannt:

  • Echte Berberitze
  • Sauerdorn
  • Essigbeere
  • Essigscharl
  • Bubenlaub
  • Dreidorn
  • Geissenlaub
  • Reselbeere
  • Spießdorn
  • Spitzbeeri
  • Hasenbrot
  • Kuckucksbrot
  • Weinscharln
  • Weinzäpferln
  • Zizerlstrauch

Gattung/Pflanzenfamilie

Die Gewöhnliche Berberitze gehört innerhalb der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) zur Gattung der Berberitzen (Berberis).

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Heilwirkung der Gewöhnlichen Berberitze

Berberitze

Sowohl die Früchte als auch die Wurzelrinde der Heilpflanze werden genutzt. Dabei unterscheiden sich die Wirkungen stark.

Die Wurzelrinde wirkt:

Inhaltsstoffe

Die unterschiedlichen Wirkungen sind auf verschiedene Inhaltsstoffe zurückzuführen.

Die Früchte enthalten:

  • Vitamin C
  • Capsanthin
  • Gerbsäure
  • Hyperosid

Die Wurzelrinde besitzt folgende Wirkstoffe:

  • Alkaloide wie Berberin
  • Gerbsäure
  • Jatrorrhizin

Anwendung der Gewöhnlichen Berberitze

Innerliche Anwendung

  • Die Wurzelrinde der Heilpflanze enthält unter anderem Berberin, welches die Gallentätigkeit anregt und die Verdauung fördert, aber auch giftig ist!

Durch die Erweiterung der Blutgefäße senkt sie auch den Blutdruck und wirkt anregend auf die Nierentätigkeit. Bei Nierenentzündungen sollte allerdings auf die Wurzelrinde verzichtet werden, da sie die Niere zu sehr reizt. Die Früchte sind dagegen gute Vitaminspender, die auch getrocknet gut verwendet werden können.

Aus der Wurzelrinde der Berberitze kann man eine Aufkochung bereiten. Dazu nimmt man einen halben bis ganzen Teelöffel getrocknete Wurzelrinde und lässt sie kurz aufkochen. Nach fünf Minuten seiht man ab und trinkt den Tee in kleinen Schlucken. Ein bis zwei Tassen täglich helfen bei Verdauungsschwäche und Problemen des Leber-Galle-Systems. Zudem senkt dies den Blutdruck und regt die Nierentätigkeit an.

Einen ähnlichen Einsatz wie der Tee findet die Tinktur aus der Wurzelrinde. Zudem wird sie auch bei Fieber und Hexenschuss genutzt.

Der frische Saft der Berberitzenfrüchte kann zur Stärkung des Zahnfleisches und zur Stoppung von Zahnfleischblutung verwendet werden. Dazu wird der Saft einfach auf das Zahnfleisch gepinselt.

Die reifen Früchte der Berberitze besitzen viel Vitamin C und sind in der kalten Jahreszeit wichtige Vitaminspender. Dazu können sie sowohl getrocknet oder als Marmelade sowie Mus verarbeitet werden. Ein Sirup ist ebenfalls lecker und gesund.

In dieser Form eingesetzt, helfen sie bei Vitaminmangelerscheinungen wie Frühjahrsmüdigkeit, Zahnfleischbluten und Erkältungen. Im Orient wird die Berberitze gern mit Reis zusammen gekocht oder Fisch- und Fleischgerichten hinzugefügt. So verleiht sie den Speisen ein angenehm säuerliches Aroma.

Bei folgenden Leiden hilft die Gewöhnliche Berberitze

Wurzelrinde (innerlich)Früchte (innerlich)
VerdauungsschwächeVitaminmangel
Probleme des Leber-Galle-SystemsFrühjahrsmüdigkeit
LeberstauungZahnfleischbluten
GallenschwächeZahnfleischentzündung
GallengrießErkältungen
Gelbsucht
Blasenentzündung
Nierenschwäche
Blähungen
Verstopfung
Fieber
Bluthochdruck
Appetitlosigkeit
Kreislaufschwäche
Beruhigung der Pulsfrequenz
Bluthochdruck
Wassersucht (Ödeme)
Menstruationsbeschwerden
Hautjucken
Hexenschuss

Vorkommen und Sammelzeit der Gewöhnlichen Berberitze

Das natürliche Verbreitungsgebiet des bis zu drei Meter hoch werdenden Strauchs erstreckt sich von West- über Mittel- bis hin nach Südeuropa. Auf den britischen Inseln und Skandinavien kommt die Art allerdings nicht vor.

Im Osten reicht sie dagegen bis zum Kaukasus. Die Berberitze findet man an kalkhaltigen, trockenen bis mäßig feuchten Standorten in sonnigen oder halbschattigen Lagen.

Sie liebt Waldränder, Gebüsche und lichte Auen und wächst auch auf stickstoffarmen Standorten in bis zu 2.500 Metern Höhe.

Sammelzeit

Die sauren Früchte der Heilpflanze werden von August bis November gesammelt und bleiben auch im Winter am Strauch stehen.

Der Anbau der Berberitze

Die Heilpflanze, die auch unter dem Namen Sauerdorn bekannt ist, wird in vielen Gärten angebaut. Außerdem ist sie auch in verwilderter Form an Waldrändern, in Auen und in bergigen Regionen zu finden. Wer die Vorzüge der Heilpflanze genießen will, muss beim Anbau ein paar Dinge beachten. Welche das sind, wird an dieser Stelle erklärt.

Wer auf der Suche nach dem idealen Standort im heimischen Garten ist, sollte nach Möglichkeit einen halbschattigen Platz auswählen. Wenn es nicht anders geht, kann die Berberitze auch in der Sonne platziert werden.

Da diese Pflanze bis zu drei Meter hoch wird, sollte darauf geachtet werden, dass sie insgesamt genügend Platz hat, um sich zu entfalten. Wer die Heilpflanze allerdings wie eine Hecke verwenden will, hat auch die Möglichkeit, mehrere Exemplare dicht nebeneinander zu pflanzen.

Der Sauerdorn hat keine großen Ansprüche an den Boden, auf dem er gedeiht. Die Pflanze kann auch in nährstoffarmen Gebieten angebaut werden und benötigt nur wenig Dünger. Wichtig ist, dass der Boden durchlässig und leicht sauer ist.

Die Berberitze mag es lieber ein bisschen zu trocken statt zu feucht. Daher muss sie im Sommer nur mäßig gegossen werden. Staunässe ist eines der wenigen Dinge, die die Pflanze nicht gut verträgt. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Heilpflanze im Frühjahr gestutzt wird. Hierbei sollten die Frostzeiten berücksichtigt werden.

  • Auch wenn diese Pflanze winterhart ist, sollte sie vor extremen Frost geschützt werden. Hierbei helfen Laub und gemähtes Gras. Beides kann am Stamm aufgehäuft werden, um die Berberitze somit zu „wärmen“

Nutzen im Garten

Wie bereits erwähnt, kann die Berberitze im Garten als Hecke verwendet werden. Darüber hinaus kann die Pflanze auch folgendermaßen eingesetzt werden:

Wer die Berberitze als Hecke verwenden will, sollte auf eine immergrüne Art zurückgreifen. Es gibt allerdings auch Arten, deren Laub sich im Herbst erst verfärbt und schließlich abfällt.

Schädlinge

Es gab eine Zeit, in der die Heilpflanze beinahe ausgerottet wurde. Der Grund hierfür ist der Schwarzrost, ein Pilz, der in erster Linie Getreidesorten befällt und sehr gefährlich für diese ist. Ist eine Berberitze vom Schwarzrost befallen, kann es passieren, dass die Sporen durch den Wind oder Bienen zu nahegelegenen Getreidefeldern transportiert wird und die dortigen Pflanzen befallen werden. Aus diesem Grund gilt die Heilpflanze als Zwischenwirt des Schwarzrostes.

Ob eine Pflanze vom Schwarzrost befallen ist, kann ziemlich leicht anhand des typischen „rostartigen“ Befalls erkannt werden. Leidet eine Berberitze unter diesem Schädling, kann sie mithilfe spezieller Mittel aus dem Fachhandel behandelt werden.

Blütezeit

Heute wird die Heilpflanze vor allem wegen ihrer schönen Blüten angebaut. Diese hängen traubenartig von der Pflanze herab und verleihen dieser dadurch ein besonders schönes Aussehen. Die Blütezeit der Berberitze ist von Mai bis Juni. Im Anschluss an diese Zeit bildet die Pflanze ihre Beeren aus.

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