Heilwirkungen von Heilpflanzen

Bereits seit Menschengedenken werden verschiedene Pflanzen aufgrund ihrer Heilwirkungen geschätzt.

So führte schon Ötzi, die etwa 5.300 Jahre alte Gletschermumie, Birkenporlinge als Heilmittel mit sich.

Auch im Altertum schätzte man die Heilwirkungen von Pflanzen, die man zu Tees, Tinkturen, Pulvern sowie Pasten verarbeitete und gewann Erkenntnisse, die man teilweise noch heute nutzt.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Heilwirkungen von A bis Z

Abführend
Abschwellend
Abwehrsteigernd
Adstringierend
Angstlösend
Anregend
Antibakteriell
Antibiotisch
Antihämorrhagisch
Antihyperlipidämisch
Antimikrobiell
Antioxidativ
Antiphlogistisch
Antiseptisch
Antiviral
Aphrodisierend
Appetitanregend
Ausleitend
Auswurffördernd
Bakterienhemmend
Belebend
Beruhigend
Betäubend
Blutbildend
Blutdruckregulierend
Blutdrucksenkend
Blutreinigend
Blutstillend
Blutverdünnend
Blutzuckersenkend
Cholesterinsenkend
Darmreinigend
Desinfizierend
Durchblutungsfördernd
Eisprungfördernd
Eiweißmangelbehebend
Entgiftend
Entschlackend
Entspannend
Entwässernd
Entzündungshemmend
Erweichend
Fiebersenkend
Gallesaftfördernd
Galletreibend
Geburtsbeschleunigend
Gedächtnisfördernd
Gefäßstärkend
Gerbend
Gichtlindernd
Haarwuchsfördernd
Harntreibend
Hautreinigend
Herzschlagverlangsamend
Herzstärkend
Hormonausgleichend
Hunger- und durstsenkend
Hustenstillend
Immunstimulierend
Juckreizstillend
Konzentrationsfördernd
Kräftigend
Krampflösend
Kreislaufanregend
Kühlend
Lipidsenkend
Magensaftfördernd
Magenschonend
Menstruationsfördernd
Menstruationsregelnd
Milchfördernd
Milzanregend
Nervenstärkend
Ödemprotektiv
Pilzhemmend
Pilztötend
Reizmildernd
Schlaffördernd
Schleimhautberuhigend
Schleimlösend
Schmerzlindernd
Schweißtreibend
Sekretionsfördernd
Stärkend
Stimmungsaufhellend
Stoffwechselfördernd
Tonisierend
Verdauungsfördernd
Vitalisierend
Wundheilungsfördernd
Wurmtötend
Wurmtreibend
Zellschützend
Zellteilungshemmend
Zusammenziehend

Heilpflanzen in der Antike

Die alten Ägypter stellten bereits die ersten Zäpfchen, Pulver und Salben aus Heilpflanzen her und deren Priester wussten genau, welche Heilwirkungen damit zu erzielen waren.

Ähnlich verhielt es sich bei den Chinesen, die bis heute auf zahlreiche Heilpflanzen schwören, um Krankheiten zu behandeln.

Im antiken Rom widmete sich der berühmte Mediziner Dioskurides der Pflanzenheilkunde und schrieb seine Kenntnisse über die Heilkräuter und deren Heilwirkungen in bedeutenden Werken nieder.

Sie dienten wie die Schriften des bekannten Arztes Hippokrates als Grundlage für die Behandlung von Krankheiten und setzten die Grundlagen für unsere heutige moderne Medizin.

Die moderne Heilpflanzenkunde

Heute sind viele Heilpflanzen gut erforscht, während von anderen nur traditionelle Überlieferungen bekannt sind. Um wissenschaftliche Belege für die Heilwirkungen von Pflanzen zu finden, besitzt die Pharmakologie einen eigenen wissenschaftlichen Zweig, die Heilpflanzenkunde.

Hier sammeln Experten Erkenntnisse aus der Volksheilkunde und erforschen mithilfe von Studien, inwieweit sich Heilwirkungen wissenschaftlich belegen lassen.

Oftmals sind diese Studien schwierig oder kommen zu verschiedenen Ergebnissen. Heilkräuter besitzen stets verschiedene Inhaltsstoffe, die sich gegenseitig beeinflussen können.

  • Einige Heilpflanzen sind gleichzeitig starke Giftpflanzen, die nur in sehr schwachen Konzentrationen Heilwirkungen besitzen, ansonsten aber unter Umständen sogar tödlich wirken können.

Ein gutes Beispiel dafür ist der gut erforschte Fingerhut. Dieser ist in hohen Dosen tödlich, der isolierte Wirkstoff bzw. eine niedrige Dosierung ist dagegen ideal zur Therapie eines schwachen Herzens.

Heilpflanzen in der modernen Pharmakologie

Die moderne Medizin nutzt ebenfalls zahlreiche Wirkstoffe, die sie aus Heilpflanzen kennt. Um die Heilwirkungen genau dosieren zu können, verwendet sie dabei allerdings oft nur den extrahierten Wirkstoff oder produziert ihn sogar künstlich.

Oft werden Heilpflanzen in der Schulmedizin auch als unterstützende Therapeutika eingesetzt.

Für die Pharmakologie stellen die Inhaltsstoffe von Pflanzen ein enormes Reservoir für neue, hochpotente Medikamente dar. Gerade die kaum erforschten, zahlreichen Pflanzen aus den tropischen Urwäldern, aber auch die traditionellen Heilmittel der chinesischen Medizin sowie der indischen Heilkunde Ayurveda bergen hier sehr große Potenziale.

Wissenschaftliche Belege für Heilwirkungen

Um die Heilwirkungen von Pflanzen zu sammeln und zu erforschen, hat das ehemalige Bundesgesundheitsamt (BGA) in den Jahren von 1978 bis 1994 die Kommission E ins Leben gerufen. Diese Kommission hat wissenschaftliches Material, aber auch die Erfahrungen von Heilkundlern zu erwünschten und unerwünschten Heilwirkungen pflanzlicher Drogen zusammengetragen.

Die so gewonnenen Erkenntnisse dienen bis heute für die fachärztliche Bewertung von Heilpflanzen.

Die verschiedenen Heilwirkungen von Pflanzen

Die Wirkung von Heilpflanzen wird von ihren jeweiligen Inhaltsstoffen bestimmt. Deren Gehalt ist bei wild wachsenden Heilpflanzen jedoch nicht immer gleich, sondern hängt auch vom Standort, von der Beschaffenheit des Bodens, vom Klima sowie von der Verarbeitung, also der Ernte, der Trocknung und der Lagerung der Pflanzen, ab.

Heilwirkung von Heilpflanzen

Sichere Wirkstoffgehalte aus der Apotheke

In den Apotheken sind allerdings pflanzliche Drogen erhältlich, die den strengen Bestimmungen des Deutschen Arzneibuchs entsprechen müssen. Ihr Wirkstoffgehalt ist also sichergestellt.

Um dies zu realisieren, bemühen sich die Züchter, Pflanzen auf hohe Wirkstoffgehalte hin zu züchten, und Heilpflanzen unter kontrollierten Bedingungen anzubauen. Allerdings stammen nur etwa 30 % der Heilpflanzen aus dem Anbau, 70 % werden also in der Natur gepflückt.

Übersicht über Inhaltsstoffe und deren Heilwirkungen

Die folgende Tabelle gibt eine knappe Übersicht über die verschiedenen Gruppen von Wirkstoffen und deren unterschiedliche Heilwirkungen. Jede Heilpflanze ist dabei ganz unterschiedlich zusammengesetzt und kann auch entgegengesetzte Effekte haben.

InhaltsstoffeHeilwirkungen
Ätherische Öle
  • wirksam bei Erkältungen und Entzündungen
  • krampflösend im Magen-Darm- oder im Bronchialbereich
  • anregend auf die Nierentätigkeit und Harnausscheidung
  • appetitsteigernd und stärkend
Bitterstoffe
  • anregend auf die Drüsensekretion im Mund und Magen
  • verdauungs- und appetitfördernd
  • herz- und kreislaufkräftigend
  • stärken Gefäßwände
  • harntreibend
  • in Therapien und als Vorbeugung gegen Krebs einsetzbar
Gerbstoffe
Kieselsäure
  • stärkt Haare, Nägel, Haut und Bindegewebe
  • erleichtern das Abhusten, da sie den Schleim lösen
  • einige Wirkstoffe leiten Wasser und Flüssigkeiten aus dem Körpergewebe
  • hilfreich bei Rheuma, Entzündungen, Cellulite und Hautunreinheiten
Schleimstoffe
  • mildernd bei Reizungen der Schleimhäute
Vitamine, Mineralstoffe sowie Spurenelemente
  • vielfältige Heilwirkungen

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant