Heilpflanze Huflattich

Huflattich gehört zu den Pflanzen, die nahezu jeder kennt. Oftmals wird er mit dem gleich bekannten Löwenzahn verwechselt, beim genauen Hinschauen fallen einem aber die Unterschiede auf. Die Huflattichblüte wächst beispielsweise auf einem geschuppten Stängel und hat darüber hinaus keine Blätter während der Blütezeit.

Als Heilpflanze wird dem Huflattich eine vielfältige Wirkung zugeschrieben. Insbesondere Erkrankungen der Atmungsorgane lassen sich lindern oder sogar heilen. Ferner ist er ein hervorragendes Mittel gegen unterschiedliche Hautleiden, Probleme und Erkrankungen.

Aufgrund seiner vielfältigen Heilwirkungen wurde er im Jahr 1994 auch zur Heilpflanze des Jahres ernannt.

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Huflattich - anspruchsloser Helfer

Beim Huflattich handelt es sich um eine sehr anspruchslose Pflanze. Selbst auf reiner Braunkohle wird ihm ausreichend Lebensraum zum Wachsen geboten. Ferner gehört die Heilpflanze zu den Pflanzen, die als erstes im Frühjahr aufleuchten.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft sowie in der Medizin, Naturheilkunde, Homöopathie und Pharmakologie wird der Huflattich auch als Tussilago farfara bezeichnet.

Volkstümliche Namen

Weitere Namen haben sich im Laufe der Zeit im Volksmund gebildet. So kennt man die Pflanze auch unter folgenden volkstümlichen Namen:

  • Bachblümlein
  • Zeitrösele
  • Berglatschen
  • Tabakkraut
  • Brandlattich
  • Teebleaml
  • Brustlattich
  • Sommertürl
  • Fohlenfuß
  • Sandblüml
  • Hoflörrich
  • Rosshuf
  • Hufblatt
  • Ohmblätter
  • Labassen
  • Märzblume
  • Ladderblätter
  • Loambleaml
  • Lehmblumel

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Huflattich hat eine Besonderheit, denn er ist gleichzeitig seine eigene Pflanzengattung, in der sich ausschließlich er selbst befindet. In der Wissenschaft wird die Pflanzengattung auch Tussilago genannt. Die Gattung gehört der Pflanzenfamilie der Korbblütler an. Korbblütler werden unter dem wissenschaftlichen Namen Asteraceae geführt.

Die Heilwirkung des Huflattichs

Der Huflattich hat ganz unterschiedliche und vielfältige Heilwirkungen. Nachfolgend finden Sie eine Liste der wichtigsten Wirkungen:

Inhaltsstoffe

Ebenso vielfältig wie die Heilwirkungen des Huflattichs sind auch die Inhaltsstoffe der Heilpflanze:

  • Schleim
  • Zink
  • Ätherische Öle
  • Violaxanthin
  • Bitterstoffe
  • Taraxasterol
  • Gerbstoff
  • Tannine
  • Gerbsäure
  • Saponine
  • Hyperin
  • Salpeter
  • Insulin
  • Pyrrolizidinalkaloide
  • Mineralstoffe

Anwendung des Huflattichs

Je nach Anwendungsbereich kann der Huflattich sowohl innerlich wie auch äußerlich verwendet werden.

Es gibt verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die auf die jeweilige Erkrankung beziehungsweise auf das jeweilige Leiden ausgerichtet sind.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich hilft der Huflattich insbesondere gegen Hauterkrankungen, Hautunreinheiten und weitere Hautprobleme.

Als Umschlag, Bad oder Waschung

Basis für einen Umschlag, ein Bad oder eine Waschung mit der Heilpflanze ist ein Tee, welcher aus den Blüten oder Blättern hergestellt wird. Der Tee wirkt dabei antibakteriell, entzündungshemmend und zusammenziehend.

Als Fußbad

Geschwollene Beine, beispielsweise nach einem langen Tag, können mit Hilfe von einem Fußbad, welchem die frischen Bestandteile des Huflattichs beigesetzt werden, gelindert werden.

Innerliche Anwendung

Für die innerliche Anwendung des Huflattichs gibt es ein wenig mehr Möglichkeiten. So kann man die Heilpflanze folgendermaßen nutzen:

Als Tee

Für die Herstellung eines Tees aus Huflattich werden circa ein bis zwei Teelöffel der getrockneten, klein geschnittenen Blätter mit einer Tasse heißem Wasser übergossen. Der Tee sollte anschließend fünf Minuten ziehen, bevor er abgeseiht wird.

Allerdings sollte der Tee nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr getrunken werden.

Als Tinktur

Tinkturen aus Huflattich eignen sich insbesondere bei Atemwegserkrankungen. Man sollte circa acht bis zehn Tropfen mit etwas Wasser oder einem Stück Zucker einnehmen.

Als Frischpflanzenpresssaft

Aus den Blättern der Pflanze lässt sich ein Frischpflanzenpresssaft herstellen. Dieser sollte bei Ohrenschmerzen direkt in das betroffene Ohr geträufelt werden.

Als Kräutertabak

Diese Art der Anwendung ist nicht mehr ganz so geläufig. Damals wurde der Rauch der Huflattichblätter inhaliert, wodurch die Atmung erleichtert werden sollte. Alternativ besteht die Möglichkeit, die getrockneten Blätter mit normalem Tabak zu mischen. Der Rauch fördert die Tiefe der Atmung.

Bei folgenden Leiden hilft der Huflattich

Der Huflattich kann bei ganz unterschiedlichen Leiden und Erkrankungen von großem Nutzen sein.

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
AsthmaEntzündete Wunden
NervenschmerzenLeichte Brandwunden
HustenSchlecht heilende Wunden
DurchfallGesichtsrose
BronchitisPickel
VerstopfungEkzeme
ReizhustenFurunkel
DarmentzündungenUnterschenkelgeschwüre
RaucherhustenVenenentzündungen
Gastritis
Brustfellentzündungen
Magen-Darm-Infektion
Fieber
Appetitlosigkeit
Erkältung
Frühjahrsmüdigkeit
Ohrenentzündungen
Heiserkeit
Augenentzündungen
Kehlkopfentzündungen

Vorkommen und Sammelzeit

Die Heimat des Huflattichs findet sich in Europa, West- und Ostasien sowie in Afrika wieder. Darüber hinaus wurde er in Nordamerika eingebürgert. Besonders gut gedeiht der Huflattich auf trockenen, warmen und durchlässigen Böden. Häufig ist er auf Dämmen, Steinbrüchen und unbefestigten Wegen anzutreffen.

Sammelzeit

Der Huflattich fängt bereits sehr zeitig im Frühjahr an zu blühen. Eingesammelt werden kann er im Mai jeden Jahres.

Verwendbare Pflanzenteile

Innerhalb der Naturheilkunde und Homöopathie werden vor allem die Blätter und Blüten des Huflattichs als Heilpflanze verwendet.

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