Heilpflanze Immergrün

Im Frühling erstrahlen die violetten Blüten des Immergrüns an den schattigen Plätzen, die die Pflanze liebt. Wie der Name schon verrät, bedecken die glänzenden Blätter auch im Winter den Boden mit ihrem dunklen Grün.

Als Heilpflanze wurde das Immergrün früher für unterschiedliche Krankheiten geschätzt, aber heute findet es nur selten Verwendung. Ein Wirkstoff hat es jedoch auch in die Schulmedizin geschafft und wird als Krebsmittel genutzt.

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Die wichtigsten Fakten über das Kleine Immergrün

Das Kleine Immergrün ist alte Volksarznei-Pflanze, die noch heute gern in der Homöopathie verwendet wird. Da sie leicht giftig wirkt, wird sie in der Pflanzenheilkunde kaum mehr genutzt.

Der botanische Name leitet sich vom lateinischen Wort pervincire (umwinden, Kränze binden) ab, denn in früheren Zeiten waren Kränze aus Immergrün bei Mädchen zum Tanz bliebt.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist das Kleine Immergrün unter dem Namen Vinca minor bekannt.

Volkstümliche Namen

Die altbekannte Heilpflanze wird im Volksmund auch folgendermaßen genannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Das Kleine Immergrün ist eine Pflanze aus der Gattung Immergrün (Vinca) und Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Die Heilwirkung des Kleinen Immergrüns

Die Heilpflanze ist leicht giftig und die Blätter wirken niedrig dosiert:

Inhaltsstoffe

Die Heilpflanze besitzt mehr als 40 Alkaloide, die einen Gesamtgehalt von 0,2 bis 0,7 Prozent ausmachen und daher leicht giftig wirken. Das Kleine Immergrün enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

Anwendung des Kleinen Immergrüns

  • Das Kleine Immergrün ist leicht giftig und sollte daher nur niedrig dosiert, äußerlich, in Teemischungen oder homöopathisch angewendet werden.

Äußerliche Anwendung

Wundbehandlung

Früher wurde das Heilkraut bei der Behandlung von Abszessen und Wunden verwendet.

Innerliche Anwendung

Krebsmittel

Das leicht giftige Immergrün wird von der Schulmedizin bei der Behandlung von Krebs genutzt. Da das Alkaloid Vincamin das Wachstum weißer Blutkörperchen bremst, eignet sich der Stoff zur Behandlung von Leukämie.

In der Pharmaindustrie wird deshalb aus dem Alkaloid das Medikament 'Vincristin' hergestellt und bei einer Chemotherapie gegen Leukämie eingesetzt.

Dies ist allerdings keine Pflanzenheilkunde und hat schwere Nebenwirkungen.

Volksheilkunde

Das Kleine Immergrün war früher in der Volksheilkunde beliebt. So sollte die Heilpflanze bei Husten, Halsentzündungen sowie Verdauungsproblemen, aber auch bei Herzschwäche und hohem Blutdruck helfen.

Präparate mit dem Heilkraut sind heute verboten.

Denn im Tierversuch zeigte sich, dass Blutschäden nicht nur auf die Hauptalkaloide, sondern auch auf Begleitkomponenten zurückzuführen sind.

Homöopathie

Homöopathische Präparate sind dagegen zugelassen und werden zum Beispiel bei zerebralen Durchblutungsstörungen eingesetzt.

Bei folgenden Leiden hilft das Kleine Immergrün

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
HustenWunden
HalsentzündungenAbszesse
Verdauungsprobleme
Herzschwäche
Bluthochdruck
zerebralen Durchblutungsstörungen
Krebs
Leukämie

Vorkommen und Sammelzeit des Kleinen Immergrüns

Das Kleine Immergrün ist in Mittel- und Südeuropa sowie in Kleinasien heimisch und liebt colline bis montane Höhenstufen. Die Römer brachten die Pflanze wahrscheinlich nach Mitteleuropa und so wächst sie vor allem in der Nähe alter Burgen und Siedlungen.

Heute wächst sie gesellig in artenreichen Laub- oder Buchen-Mischwäldern und bevorzugt nährstoffreichen, frischen Ton- oder Lehmboden. In Gärten und Parks wird die immergrüne, gesellig und flach wachsende Heilpflanze zudem gern als Unterpflanzung und Bodendecker eingesetzt.

Sammelzeit

Die immergrünen Blätter können ganzjährig gesammelt werden. Am besten pflückt man sie jedoch im Frühjahr.

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