Heilpflanze Johanniskraut

Johanniskraut ist eine vielseitige Pflanze, die ihre volle Blütenkraft um die Zeit der Sommersonnenwende entfaltet. Das Johanniskraut hat eine besondere Beziehung zur Sonne. An den längsten Tagen des Jahres nimmt es die Kraft der Sonnenstrahlen auf.

Schon Paracelsus war sich bewusst, dass das Johanniskraut die aufgenommenen Kräfte an trüben Tagen an den Menschen weitergibt und als Heilpflanze depressive Gemüter heilt. Noch heute wird die Pflanze zur Behandlung von Depressionen eingesetzt.

Im Jahr 1995 wurde es vom Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands e.V. zur Heilpflanze des Jahres ernannt.

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Johanniskraut - auch in der Schulmedizin gebräuchlich

Der Name der Heilpflanze leitet sich vom Johanni-Tag ab, welcher traditionell am 24. Juni eines Jahres gefeiert wird. Die katholische Kirche feiert die Geburt Johannes des Täufers. Ferner steht der Tag in sehr enger Verbindung mit der Sommersonnenwende.

Die alten Germanen haben das Johanniskraut verehrt. Sie ernteten es stets am 21. Juni (Sommersonnenwende) und ließen es ihre Frauen und Mädchen in Form von Kränzen während der Sommerwendefeiern tragen.

Wissenschaftlicher Name

Da die Heilpflanze nicht nur in der Natur- und Pflanzenheilkunde, sondern ebenso in der Schulmedizin anerkannt ist, wurde ihr aus wissenschaftlichen Kreisen ein Fachname gegeben. Demnach kennt man das echte Johanniskraut, um welchen es sich hierbei handelt, als Hypericum perforatum.

Volkstümliche Namen

Ferner wurden der Pflanze schon zahlreiche, volkstümliche Namen verliehen, die sich über mehrere Jahrhunderte hinweg eingeprägt haben. Nachfolgend eine kleine Auflistung der gewöhnlichsten Namen:

Gattung / Pflanzenfamilie

Das in der Medizin verwendete echte Johanniskraut wird der Gattung der Johanniskräuter zugeordnet. Johanniskräuter werden auch mit dem Namen Hypericum bezeichnet. Diese Gattung wiederum in der Pflanzenfamilie der Johanniskrautgewächse untergeordnet, welche in der Fachsprache Hypericaceae genannt werden.

Johanniskraut als Heilpflanze

Vorwiegend wird das Johanniskraut gegen Depressionen angewandt. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Heilwirkungen, welche der Heilpflanze zugeschrieben sind. Das Kraut wirkt:

Inhaltsstoffe

Das Johanniskraut besteht aus ganz unterschiedlichen Inhaltsstoffen.

Anwendung des Johanniskrautes

Die Heilpflanze lässt sich sowohl innerlich wie auch äußerlich anwenden, wobei die jeweiligen Leiden über die mögliche Anwendung entscheiden.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich kann das Johanniskraut auf ganz unterschiedliche Art angewandt werden:

Als Tee

Zur Herstellung von einem Johanniskrauttee werden circa zwei Teelöffel des getrockneten Krautes mit heißem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von fünf bis zehn Minuten wird der Tee als Umschlag oder verdünnt als Waschung beziehungsweise Teil- oder Vollband angewandt.

Als Umschlag

Für einen Umschlag wird ein Tuch mit warmem Tee getränkt und anschließend auf die zu behandelnde Stelle gelegt. Ein weiteres trockenes Tuch wird nun um das nasse Tuch gewickelt.

Als Waschung

Für eine Waschung wird der Johanniskrauttee mit ausreichend Wasser gemischt. Nun werden die betroffenen Hautpartien sanft mit einem getränkten Lappen gewaschen und anschließend mit einem trockenen Handtuch abgetupft.

Als Teil- oder Vollbad

Auch für ein Teil- beziehungsweise Vollbad wird der Tee aus Johanniskraut benötigt. Hier empfiehlt es sich, etwas mehr Tee aufzukochen und diesen entsprechend mit Wasser zu verdünnen.

Als Öl

Öl aus Johanniskraut ist sehr vielfältig. Es ist in jeder Apotheke erhältlich und sollte keinesfalls im Haushalt fehlen. Das Öl hilft beispielsweise bei Muskelschmerzen, Zerrung oder Quetschungen. Darüber hinaus kann es bei leichten Verbrennungen sowie bei infizierten Wunden lindernd sein.

Innerliche Anwendung

Da das Gewächs nicht nur in der Naturheilkunde, sondern ebenso in der Schulmedizin angewandt wird, gibt es zahlreiche Möglichkeiten einer innerlichen Einnahme. Vorrangig wird es als hochdosiertes Medikament, insbesondere bei Depressionen, verordnet. Darüber hinaus können aber auch verschiedene heilkundliche Verfahren angewandt werden.

Als Tinktur

Zur Herstellung einer Tinktur wird Johanniskraut in Doppelkorn eingelegt. Die Mischung muss zwischen zwei und sechs Wochen, an einem möglichst warmen Orten ziehen. Anschließend muss die Tinktur abgefiltert werden. Man kann täglich bis zu dreimal täglich 20 bis 50 Tropfen einnehmen.

Als Tee

Johanniskrauttee wird aus den getrockneten Blüten hergestellt. Hiervon werden zwei Teelöffel mit heißem Wasser übergossen. Anschließend sollte der Tee fünf bis zehn Minuten ziehen, bevor er abgeseiht wird.

Bei folgenden Leiden hilft das Johanniskraut

Nachfolgend haben wir eine kleine Tabelle vorbereitet, welcher entnommen werden kann, bei welchen Leiden und Erkrankungen die Anwendung von der Heilpflanze helfen kann.

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BronchitisRheuma
HalsentzündungenGicht
FieberRückenschmerzen
DurchfallMuskelschmerzen
MagenbeschwerdenZerrungen
AppetitlosigkeitQuetschungen
VerdauungsschwächeVerstauchungen
BlasenentzündungenKrampfadern
Krämpfe der GebärmutterWunden
MenstruationsbeschwerdenTrockene Haut
Unregelmäßigkeiten des ZyklusVerbrennungen ersten Grades
SchlaflosigkeitGeschwüre
DepressionenEkzeme
Epilepsie
Migräne
Angstzustände
Nervosität

Vorkommen und Sammelzeit des Johanniskrautes

Die Heilpflanze ist in ganz Europa sowie in Nordafrika und Westasien heimisch. Vorzugsweise wächst die Pflanze  in tiefen und mittleren Höhenlagen. Besonders verbreitet ist es an Waldrändern, in Gebüschsäumen oder auf Waldlichtungen.

Da das Johanniskraut als Heilpflanze weitreichende Einsatzbereiche hat, wird es in der Landwirtschaft angebaut. In anderen landwirtschaftlichen Bereichen gilt es allerdings als 'Unkraut'.

Sammelzeit

Grundsätzlich kann das Johanniskraut in der Zeit von Ende Juni bis September gesammelt werden. Traditionell wird es um die Zeit der Sommersonnenwende eingesammelt.

Verwendbare Pflanzenteile

Vom Johanniskraut werden sowohl die Blüten wie auch auch das blühende Kraut verwendet.

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