Heilpflanze Koloquinte

Die Heilpflanze Koloquinte ist eine giftige Pflanze und gehört zu den Kürbisgewächsen.

Sie ist krautig und besitzt Knollen, wächst niedrig oder kletternd mit einer Höhe von bis zu zehn Zentimetern. Die Früchte sind fleischig und kommen in der Farbe grün, weiß oder gelb vor.

Die Koloquinte wurde im Jahre 2012 zur Heilpflanze des Jahres ernannt, da sie homöopathisch eingesetzt über einige Heilwirkungen verfügt.

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Die wichtigsten Fakten über die Koloquinte

Ursprünglich ist die Heilpflanze Koloquinte in Afrika, im arabischen Raum oder auch in Südwestasien beheimatet. Ihr Lebensraum sind Steppen oder Halbwüsten, sie benötigt also nur wenig Wasser und wächst auch in Regionen auf mehr als 1.200 Metern Höhe.

Im Gegensatz zum bei uns bekannten Zierkürbis ist die Koloquinte eine mehrjährige Pflanze. Sie hat fleischige Wurzeln, die in der Lage sind, Wasser auch über einen längeren Zeitraum zu speichern.

Die Früchte der Koloquinte sind apfelgroß und wechseln mit zunehmender Reife ihre Farbe von grün bis gelb. Das weiße Fruchtfleisch schmeckt bitter.

Werden die Früchte der Heilpflanze nicht geerntet, trocknen sie an der Pflanze aus, lösen sich von ihr ab und werden dann vom Wüstenwind hin- und hergeschoben. Dabei lösen sich ihre Samen aus der Frucht, die Pflanze verbreitet sich von selbst.

Wissenschaftlicher Name

Die Koloquinte trägt die wissenschaftliche Bezeichnung Citrullus colocynthis.

Volkstümliche Bezeichnungen

Im volkstümlichen Sprachgebrauch wird die Heilpflanze folgendermaßen genannt:

Der Ausdruck 'purgieren' stammt aus dem Lateinischen und ist ein Begriff für „reinigen“ oder „abführen“. Daran ist auch zu sehen, wozu die Früchte der Heilpflanze Koloquinte in der Volksmedizin verwendet werden.

Gattung/Pflanzenfamilie

Koloquinten gehören der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) an.

Heilwirkungen

Den in der Heilpflanze enthaltenen Stoffen werden folgende Heilwirkungen nachgesagt:

  • Zum Verzehr und zur Selbstmedikation sind die kürbisartigen Früchte nicht geeignet, da sie bitter schmecken und giftig sind!

Schon Paracelsus ließ verlauten: „Wer der Coloquint frisst, der muß zum Stuhl“, die abführende und die harntreibende Wirkung waren also bereits zu dieser Zeit bekannt. Paracelsus warnte gleichzeitig auch vor einem Missbrauch der Heilpflanze Koloquinte, weil in vergangener Zeit häufig von falscher Anwendung zu hören war.

Inhaltsstoffe

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören die Cucurbitacine, die nicht nur für den bitteren Geschmack der Früchte verantwortlich sind. Im Süden von Marokko wachsen Koloquinten mit dem höchsten Gehalt an Cucurbitacinen.

Anwendungsbereiche

Die Heilpflanze Koloquinte wurde früher hauptsächlich wegen ihrer abführenden und harntreibenden Wirkung verwendet. Heute ist bekannt, dass sie auch zum Schutz der Leber, gegen Würmer oder wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften verwendet werden kann. Auch Asthma, Wassersucht oder Rheuma können damit behandelt werden.

Äußerliche Anwendung

Der römische Arzt Dioskurides hat den frischen Saft äußerlich gegen Ischiasschmerzen eingesetzt. In ihrer Heimat werden die aufgeschnittenen Früchte der Heilpflanze Koloquinte gegen Gelenkschmerzen eingesetzt, was dem Handeln des Arztes Dioskurides nahekommt.

Sogar in der Tierheilkunde werden die Früchte und Samen eingesetzt. Bei großem Wassermangel fressen die in den heißen und trockenen Regionen lebenden Tiere eine geringe Menge der Früchte, um etwas Wasser zu bekommen.

Sie wissen von Natur aus: „Alle Dinge sind ein Gift und nichts ist ohne Gift, nur die Dosis bewirkt, dass ein Ding kein Gift ist“.

Innerliche Anwendung

Innerlich hilft die Heilpflanze vor allem bei Leber und Gallenleiden, Asthma, Wassersucht, Hautausschlägen, Rheuma und Geschwüren. Homöopathisch eingesetzt wirkt sie gegen Krämpfe in Magen und Darm, für die Galle und die Harnorgane. Außerdem wird sie bei Nervenschmerzen und Nervenentzündungen eingesetzt.

Bei diesen Beschwerden hilft die Koloquinte

Die Früchte der Heilpflanze Koloquinte werden im Rahmen der Naturheilkunde bei diesen Beschwerden eingesetzt:

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
LebererkrankungenIschiasschmerzen
AsthmaGelenkschmerzen
Wassersucht
Rheuma
Geschwüre
Störungen des Gallesystems
Hautausschläge
Magen- und Darmkrämpfe
Nervenschmerzen
Nerventenzndungen

Vorkommen und Sammelzeit

Die Heilpflanze Koloquinte wächst im arabischen, afrikanischen oder südwestasiatischen Raum. Nach Deutschland kommen vor allem die in südöstlichen Gebieten von Marokko gewachsenen Früchten

Sie werden von Oktober bis Februar geerntet, aufgeschnitten und entkernt. Kann das Fruchtfleisch noch im heimischen Klima trocknen, gilt dies als besonders ideal. Die herausgelösten Samen werden wieder in die Natur zurückgegeben.

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