Heilpflanze Mariendistel

Die stachlige Mariendistel ist vor allem im Mittelmeerraum heimisch, wird aber aufgrund ihrer hervorragenden Heilwirkungen auch in Deutschland und Österreich als Arzneipflanze angebaut.

Die wertvolle Heilpflanze ist ein wunderbares Mittel bei Leberbeschwerden und hilft sogar bei Vergiftungen mit dem hochgefährlichen Knollenblätterpilz.

Daher sind die Samen der Distelart in Tees, Mischtees und Fertigpräparaten zu finden und werden auch von der Schulmedizin geschätzt. Neben den Leberbeschwerden heilt sie auch eine Reihe anderer Beschwerden.

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Die wichtigsten Fakten über die Mariendistel

Einer alten Legende zufolge geht der Name der Distelart auf die weißen Flecken der Blätter zurück. Sie sollen von der Milch der Jungfrau Maria stammen.

Gute Dienste leistet die Pflanze vor allem bei Leberleiden und Vergiftungen, aber auch ihre entkrampfende Wirkung auf das vegetative Nervensystem ist interessant. Die bis zu 1,50 m hohe Distelart wird heute daher in vielen Regionen als Heil-, aber auch als Zierpflanze angebaut.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Mariendistel unter dem Namen Silybum marianum geführt.

Volkstümliche Namen

Dank des charakteristischen Aussehens besitzt die Mariendistel auch folgenden Trivialnamen:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Mariendistel gehört zur Gattung der Mariendisteln (Silybum) und zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Heilwirkung der Mariendistel

Die Mariendistel wird hauptsächlich bei Leberproblemen eingesetzt und wirkt:

Inhaltsstoffe

Die Mariendistel enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

Anwendung der Mariendistel

Das Hauptanwendungsgebiet der Heilpflanze liegt bei Leberbeschwerden und Vergiftungen. Dabei schützt der Wirkstoff Silibinin (auch Silymarin) die Leber vor dem Eindringen von Giftstoffen. Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen diese Wirkung.

Die Mariendistel schützt sogar vor Vergiftungen durch den gefährlichen Knollenblätterpilz und ist eine der wenigen Möglichkeiten, eine solche Vergiftung sinnvoll zu behandeln. Darüber hinaus bietet die Heilpflanze der Leber auch Schutz vor den schädlichen Wirkungen eines dauerhaften Alkoholmissbrauchs, indem es die Regeneration der Leber fördert.

Neuere Studien zeigen zudem, dass die Mariendistel den Lungenkrebs bei Mäusen verlangsamt und das Eindringen der Krebszellen in andere Gewebe verhindert. Mariendistelsamen gibt es oft auch als Tees, Mischtees und Fertigpräparate im Handel zu kaufen. Das Kraut wird dagegen kaum verwendet.

Äußerliche Anwendung

Unterschenkelgeschwüre

In der Volksheilkunde werden pulverisierte Mariendistelsamen verwendet, um damit Unterschenkelgeschwüre zu bestreuen. Ein Tee aus Mariendistel kann aber auch für Umschläge gegen diese Geschwüre verwendet werden.

Innerliche Anwendung

Tee

Einen Mariendisteltee bereitet man aus ein bis zwei Teelöffeln Mariendistelfrüchten und einer Tasse kochendem Wasser zu. Den Aufguss lässt man zehn bis zwanzig Minuten ziehen und trinkt den gefilterten Tee in kleinen Schlucken ein- bis dreimal jeweils vor den Mahlzeiten.

Der Tee hilft innerlich gegen Leberprobleme und Hepatitis. Eine Kur kann auch bei langwierigen Leberentzündungen sehr sinnvoll sein. Zudem bietet er bei Verdauungsbeschwerden und Migräne Hilfe. Eine Teekur ist auch bei Allergien möglich und dient dazu, den Stoffwechsel anzuregen.

Homöopathie

Die Homöopathie verwendet die Heilpflanze unter dem Namen 'Carduus Marianus'. In niedrigen Potenzen zwischen D1 und D6 wirken die homöopathischen Mittel gegen Gelbsucht, verschiedene Leberprobleme, Blutungen sowie Hämorrhoiden. Der Einsatz ist also der Pflanzenheilkunde recht ähnlich.

Bei folgenden Leiden hilft die Mariendistel

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
GelbsuchtUnterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris)
Leberprobleme
Blutungen
Allergien
Magen- und Darmbeschwerden
Gallenbeschwerden
Gallenstauung
Krampfadern
Migräne
Pfortaderstauung
Schwindel
Reisekrankheit
Seekrankheit
Trigeminusneuralgie
Hämorrhoiden
Vergiftungen

Vorkommen und Sammelzeit der Mariendistel

Die Mariendistel wächst vor allem im Mittelmeerraum, kommt aber auch auf den Azoren, den Kanaren und auf Madeira sowie im südlichen Russland und im Iran vor. In Mitteleuropa wird sie kultiviert und kommt verwildert vor.

Dabei liebt sie Ruderalstandorte wie Schuttplätze, Viehweiden und Wegränder auf trockenen, steinigen Böden. In Österreich vor allem im Waldviertel und in Deutschland im Westerwald, aber auch in Ungarn, Argentinien, Venezuela und China wird die Heilpflanze auf großen Feldern für den medizinischen Gebrauch angebaut.

Sammelzeit

Im August und September werden die Samen mit den Schalen gesammelt.

Beim Anbau werden sie zunächst geschwadet, also geschnitten und abgelegt. Nach einigen Tagen werden sie dann mit herkömmlichen Mähdreschern geerntet.

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