Mispel

Während die Mispel heute nur noch selten genutzt wird, war sie früher in jedem Klostergarten anzutreffen. Der robuste Baum mit seinen Früchten diente dabei zur Herstellung von Marmeladen, Säften und anderen Getränken.

Die Früchte der Mispel können erst nach den ersten Frösten genutzt werden. Vorher sind die Früchte der Heilpflanze nahezu ungenießbar. Erntet man die Früchte aber im November oder Dezember und lagert sie einige Wochen, kann man gesunde und heilsame Produkte aus ihnen herstellen.

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Die wichtigsten Fakten über die Mispel

Die Mispel ist ein kleiner, robuster Baum, der aufgrund seiner kleinen Früchte im Mittelalter weit verbreitet und geschätzt war. Heute wird die Mispel in Mitteleuropa kaum noch genutzt, kommt aber noch in einigen Teilen Deutschlands vor. So fördert die Stadt Heidelberg mehrere Mispelvorkommen im Rahmen eines Erhaltungsprogramms.

Auch wenn das Art-Epitheton germanica im botanischen Namen auf eine in Deutschland heimische Art vermuten lässt, ist dies nicht der Fall. Der Irrtum ist vermutlich dem Namensgeber Linné unterlaufen, da die Pflanze hier schon so lange angebaut wurde.

Der Gattungsname Mespilus wurde bereits von Plinius dem Älteren (23 bis 79 n. Chr.) verwendet, ist im Lateinischen aber ein Wort unbekannter Herkunft.

Von der alten Nutz- und Heilpflanze gibt es verschiedene Varietäten und Sorten, die sich je nach Zuchtwunsch durch große, früh reifende oder samenlose Früchte, hohe Erträge oder panaschierte Blätter auszeichnen. Letztere Formen werden auch als Zierbäume genutzt.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Mispel bzw. Echte Mispel unter dem Namen Mespilus germanica geführt.

Volkstümliche Namen

Aufgrund ihrer charakteristischen Früchte mit mindestens vier abstehenden Enden wird die Heilpflanze im Saarland auch als Hundsärsch bezeichnet. Im Volksmund ist die Mispel aber auch unter folgenden Namen bekannt:

  • Deutsche Mispel
  • Mispelche
  • Nispel
  • Nespoli
  • Hespelein
  • Asperl oder Aschperln
  • Dürgen sowie
  • Dörrlitzen oder Dürrlitzen

Gattung/Pflanzenfamilie

Die Mispel gehört zur Gattung der Mispeln (Mespilus) und zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). 2006 wurden phylogenetische Untersuchungen vorgestellt, die die Art in die Gattung der Weißdorne (Crataegus) einordnen.

Aktuelle Produkte

GartenpflanzeMispel Mespilus Nottingham großfrüchtig
FrüchteMispeln - 1 Dose à 425 gramm
GetränkMispel Schnaps und Likör

Heilwirkung der Mispel

Mispel Vitamine

Die Mispel ergibt nach entsprechender Zubereitung eine leckere Marmelade und wirkt als Heilpflanze:

Inhaltsstoffe

Die unreifen Mispelfrüchte enthalten einen Tannin-Gehalt von circa 2,6 % und wurden zum Gerben sowie zum Ausflocken von Wein sowie als Apfel- und Birnenmost genutzt.

Je nach Reifegrad enthalten die Früchte zudem einen unterschiedlich hohen Gehalt an:

Anwendung der Mispel

Mispeln sind erst nach dem ersten Frost und einer mehrwöchigen Lagerung genießbar. Dann fördern sie die Verdauung, lindern Entzündungen des Darms und verlangsamen Verkalkungsprozesse. Deshalb werden sie gern gegen Arterienverkalkung verwendet.

In Russland nutzt man die Früchte sogar bei der Behandlung gegen Morbus Crohn.

Ito-Thermie / Japanische Kräuterwärme

In der japanischen Kräuterwärmetherapie (Ito-Thermie) werden die Blätter der Heilpflanze verglüht und in eine Metallhülse gegeben. Diese wird am Körper entlang geführt und soll so gegen Schmerzen helfen und die Selbstheilungskräfte stärken.

Marmeladen, Säfte und Getränke

Dass die Mispel so unpopulär ist, kann nicht daran liegen, dass sie nur schwer verwertet werden kann. Tatsächlich handelt es sich bei den kleinen, runden Früchten um sehr wandelbare Zutaten, die zu unterschiedlichen Produkten weiterverwertet werden können.

So kann die Mispel beispielsweise zu folgenden Speise oder Getränken verarbeitet werden:

  • Marmelade
  • Gelee
  • Kompott
  • Mus
  • Saucen
  • Liköre
  • Wein

Die Früchte des Mispelbaumes sind vor dem ersten Frost fast ungenießbar. Danach entfalten sie aber ihre wahre Wirkung und haben auch einen guten Geschmack. Für die Herstellung von Marmeladen, Säften und anderen Getränken werden sie nach dem Frost geerntet und einige Zeit gelagert.

Weil die Früchte stets leicht säuerlich schmecken, werden sie häufig mit anderen Obstsorten kombiniert. Die Heilpflanze harmonisiert geschmacklich sehr gut mit Äpfeln und Birnen. Diese fruchtige Komposition kommt besonders gut bei Marmeladen und Gelees zur Geltung.

Wer es lieber hochprozentig mag, kann die Mispeln auch zu einem leckeren Likör verarbeiten. Hierbei ist wichtig, dass die Heilpflanze vor der Zubereitung mit hochprozentigen Schnaps mit einer Rouladennadel mehrfach angestochen wird. Auf diese Weise kann der Fruchtsaft, der dem Likör seinen Geschmack verleiht, besser austreten.

  • Mispeln eignen sich nicht nur für süße, sondern auch für herzhafte Speisen. Sie können beispielsweise in Essig eingelegt oder als schmackhaftes Extra für Wraps verwendet werden.

Bei folgenden Leiden hilft die Mispel

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
DarmentzündungenSchmerzen
Verdauungsschwächeschwache Selbstheilungskräfte
Arterienverkalkung
Morbus Crohn
Arteriosklerose
Gastritis

Vorkommen und Sammelzeit der Mispel

Die Nutz- und Heilpflanze wurde im Mittelalter in vielen Gegenden Süd- und Mitteleuropas kultiviert.

Die genaue Herkunft ist daher unklar. Als natürliches Verbreitungsgebiet gelten aber Westasien sowie Südosteuropa bis hin nach Italien.

Kultiviert wurde die Mispel aber auch in Mitteleuropa bis hin nach England. In Amerika, Nord- und Südafrika, Australien sowie Neuseeland wurde bzw. wird sie ebenfalls angebaut.

Dabei stellt sie nur geringe Ansprüche an Klima und Standort, sie bevorzugt allerdings kalkarme, frische, gut drainierte Lehmböden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 8. Dort kann sie recht alt werden.

Sammelzeit

Die etwa fünf Zentimeter großen Früchte reifen im Herbst, werden aber erst nach den ersten Frösten geerntet, da sie vorher nahezu ungenießbar sind. Nach der Ernte werden sie noch einige Wochen gelagert, bevor sie weiterverarbeitet werden können.

Der Anbau der Mispel

Wer von der gesunden Wirkung der Heilpflanze profitieren will, hat die Möglichkeit, sie im heimischen Garten anzubauen. Was für die meisten nach einer wahren Herausforderung klingt, gelingt in der Regel sehr leicht, wenn man weiß, worauf es ankommt. Die wichtigsten Tipps zum Anbau der Mispel sollen an dieser Stelle übersichtlich zusammengefasst werden.

Neuere Züchtungen der Mispel sind verhältnismäßig anspruchslos. Sie vertragen sowohl Hitze als auch Kälte in einem gewissen Maß. Besonders wohl fühlt sich Heilpflanze an einem sonnigen Standort. Damit sich die Pflanze richtig entfalten kann, sollte ein Abstand von rund vier Metern berücksichtigt werden.

Der perfekte Boden für den Anbau sollte locker, durchlässig und lehmig sein. Außerdem ist es von Vorteil, wenn er Kalk enthält. Es reicht, wenn die Mispel im Sommer nur gelegentlich gegossen wird.

Dass die Mispel nur wenig Pflege benötigt, beweisen die zahlreichen verwilderten Bäume, die überall in Deutschland zu finden sind. Wer die Pflanze im Garten anbaut, kann ihr dennoch etwas Gutes tun, indem sie in größeren Abständen beschnitten wird. Eine jährliche Auslichtung ist allerdings nicht notwendig und schadet der Pflanze unter Umständen sogar.

Wie weiter oben bereits erwähnt, pflanzen viele die Mispel aufgrund ihrer dekorativen Wirkung. Nur wenige Hobby-Gärtner haben das Bedürfnis, die Mispel als Heilpflanze zu nutzen.

Heute werden Mispeln nur noch selten als Nutzpflanze angebaut. Wer sie im Garten wachsen lässt, schätzt in erster Linie ihre Qualitäten als Zierpflanze.

Doch auch wenn die Mispel nicht mehr vorrangig als Heilpflanze verwendet wird, gibt es sie noch immer in zahlreichen Sorten und Variationen – von der Zwergform bis zur dornenlosen Züchtung.

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