Heilpflanze Myrrhe

Das Harz der Myrrhe ist ein sehr altes Kult- und Heilmittel, welches schon in der Bibel Erwähnung fand und ähnlich wie Weihrauch verbrannt wurde.

Myrrhe dient aber nicht nur äußerlich gegen verschiedene Beschwerden wie Schleimhautentzündungen und Wunden, sondern kann auch innerlich bei Husten, Bronchitis und Darmbeschwerden helfen.

Darüber hinaus wird es auch von der Parfümindustrie geschätzt und gern in Zahnpflegeprodukten sowie Mundwassern verwendet.

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Die wichtigsten Fakten über die Myrrhe

Der Name Myrrhe leitet sich vom semitischen Namen 'murr' (bitter) ab und verweist so schon auf den starken Geschmack. Der botanische Gattungsname Commiphora geht dagegen vermutlich auf die zwei griechischen Begriffe 'kommi' (Klebstoff für die Leichenbalsamierung in Ägypten) und 'phoros' (tragend) zurück.

Wissenschaftlicher Name

Myrrhe (lateinisch Myrrha) ist das Harz von Commiphora myrrha bzw. Commiphora molmol und anderen Arten der Gattung Commiphora.

Volkstümliche Namen

Für das kostbare Kult- und Heilmittel aus dem fernen Arabien und Nordostafrika sind im Volksmund keine weiteren Namen bekannt.

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Arten, aus denen Myrrhe gewonnen wird, gehören innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) zum Tribus Bursereae und zur Gattung der Commiphora.

Heilwirkung der Myrrhe

Die Heilpflanze wirkt vor allem:

Zudem fördert Myrrhe die Narbenbildung.

Inhaltsstoffe

Das Harz der Heilpflanze enthält folgende Wirkstoffe:

Anwendung der Myrrhe

Äußerliche Anwendung

Myrrhentinktur für Mund und Rachen

Eine Myrrhentinktur aus einem Teil Myrrhe und fünf Teilen 90-prozentigem Ethanol wird gern bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. So hilft die Tinktur zum Beispiel bei Prothesendruckstellen oder Aphthen.

Dazu wird die Tinktur mit einem Pinsel bzw. einem Wattestäbchen zwei- bis dreimal täglich aufgetragen. Aufgrund des Alkoholgehaltes kann sie zunächst leicht brennen. Die Tinktur kann auch zum Spülen oder Gurgeln verwendet werden. Dafür werden 30 bis 60 Tropfen in ein Glas mit warmem Wasser gegeben und die Lösung zum Gurgeln oder Spülen genutzt.

Zahnhygiene

Die desinfizierende Wirkung der Heilpflanze wird zudem auch in einigen Zahnpasten, Zahnpulvern und Mundwassern genutzt. Zahnpulver enthalten oft 10 Prozent der gepulverten Droge.

Wundheilung

Die Heilpflanze wirkt auf der Haut zusammenziehend, desinfizierend und sie fördert die Narbenbildung. Zudem besitzt sie eine blutstillende Wirkung und wird daher gern zur Wundheilung verwendet.

Parfüms und Aphrodisiakum

Myrrhe besitzt einen natürlichen, schönen, warmen, leicht würzig-süßen Duft und wird daher gern in der Parfümerie eingesetzt. Das Harz dient dabei als fixierende Komponente, während das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Öl eine wichtige Duftkomponente in der Kopfnote bietet.

Vor Christus diente die Heilpflanze auch als Aphrodisiakum und wurde von Frauen und Männern als Parfüm genutzt. Auch die Betten wurden vor dem Liebesspiel gern damit beträufelt.

Innerliche Anwendung

Darmbeschwerden

Aufgrund ihrer krampflösenden Wirkungen wird die Myrrhe gern bei Darmerkrankungen eingesetzt. So verringert die alte Heilpflanze die Anzahl der Darmkontraktionen und lindert damit Darmkrämpfe. Man kann das Harz zerkauen, wobei es allerdings recht bitter schmeckt.

Als Alternative stehen Myrrhepräparate in Tablettenform zur Verfügung. Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn wird Myrrhe gern in Kombination mit Kaffeekohle und Kamille verwendet. In Studien zeigte diese Therapieform eine ähnliche Wirkung wie die Standardtherapie mit Mesalazin.

Husten und Bronchitis

Präparate mit Myrrhe werden zudem bei Husten und Bronchitis eingesetzt. Klinische Studien konnten zudem eine positive Wirkung bei Halsschmerzen nachweisen.

Bei folgenden Leiden hilft die Myrrhe

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
HustenZahnfleischentzündung
BronchitisSchleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum
HalsschmerzenWunden
DarmerkrankungenProthesendruckstellen
DarmentzündungenAphthen
DarmkrämpfeMundhygiene
Colitis ulcerosa
Morbus Crohn

Vorkommen und Sammelzeit der Myrrhe

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Commiphora myrrha erstreckt sich vom nordöstlichen Kenia über Äthiopien und Somalia bis hin zur arabischen Halbinsel Oman sowie Jemen. Hier liebt er das offene Buschland auf flachen Sandsteinböden.

Der Baum wächst in Höhenlagen zwischen 250 und 1.300 Metern und benötigt Jahresniederschlagsmengen von 230 bis 300 mm.

Sammelzeit

Das Gummiharz der Bäume aus der Gattung Commiphora wird das ganze Jahr hindurch gesammelt.

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