Heilpflanze Quitte

Wie eine Mischung zwischen Apfel und Birne erscheint die Frucht der Quitte und war früher vor allem zur Weihnachtszeit sehr beliebt.

Leckeres Quittenbrot und -mus oder der Saft bieten aber nicht nur einen ausgezeichneten Geschmack, sondern unterstützen den Körper auch bei verschiedenen Beschwerden wie Husten und Durchfall.

Als Heilmittel werden zudem auch die Samen und Blätter als Tee und Sitz-Dampfbad genutzt.

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Die Quitte - roh ungenießbar, aber vielseitig heilend

Menschen, die eine Quitte zum ersten Mal sehen, fragen sich sicherlich, ob diese Frucht ein Apfel oder eine Birne ist. Schließlich ähnelt sie beiden Früchten in ihrer Form sehr. Dank der wolligen Haut erkennen Quittenkenner allerdings schnell, um welche Art es sich handelt.

Ihren botanischen Namen verdankt die leckere Frucht der griechischen Stadt Kydonia (heute Chania), die im Nordwesten von Kreta liegt. Im Griechischen wird die Frucht dagegen melimelon, also 'Honigapfel' genannt.

Vielleicht weil die harte Quitte nicht roh gegessen werden kann, war sie indirekt Namensgeber für die Marmelade. Schließlich leitet sich dieser Begriff vom portugiesischen Wort für Quitte 'marmelo' ab.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Quitte unter dem Namen Cydonia oblonga geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die Quitte auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Quitte ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zur Untertribus der Kernobstgewächse (Pyrinae).

Die Heilwirkung der Quitte

Von der Quitte werden sowohl die Früchte als auch die Samen verwendet. Die Samen werden äußerlich als reizarme Salbengrundlage verwendet und wirken innerlich:

während der Saft der Früchte:

lindert.

Inhaltsstoffe

Die Quittenfrüchte enthalten:

Die Samen der Heilpflanze enthalten dagegen folgende Wirkstoffe:

Da der Samen auch giftige, cyanogene Glycoside enthält, wird er unzerkleinert verwendet.

Anwendung der Quitte

Die Quitte ist sowohl ein wertvolles Nahrungsmittel als auch eine Heilpflanze, deren Blätter, Samen und Früchte man vorwiegend für Husten und Durchfall nutzt. Sie hilft aber auch bei einer Reihe weiterer Beschwerden.

  • Bei der Verwendung der Samen muss man unbedingt darauf achten, dass sie nicht zerkleinert werden, da sonst die giftige Blausäure freigesetzt wird.

Äußerliche Anwendung

Schleim aus Quittensamen

Quittensamen werden gerne gekocht, bis man einen Schleim erhält. Dieser kann bei Hautentzündungen sowie schlecht heilenden Wunden aufgetragen werden. Er hilft aber auch gegen das Wundliegen und bei Rissen in der Haut.

Sitz-Dampfbad

Aus den Blättern der Heilpflanze wird in der Volksheilkunde ein Tee bereitet, der als Sitz-Dampfbad gegen einen Mastdarmvorfall und einen Gebärmuttervorfall verwendet wird.

Innerliche Anwendung

Quittentee

Für einen Tee nimmt man ein bis zwei unzerkleinerte Quittensamen und kocht sie mit einer Tasse Wasser etwa für fünf Minuten. Der abgeseihte Tee wird in kleinen Schlucken getrunken und hilft bei Schlaflosigkeit, Unruhe und Verdauungsbeschwerden.

Quittenmus, -saft und -gelee

Die Frucht der Quitte wird gern zu Mus, Saft oder Gelee verarbeitet und schmeckt so nicht nur lecker, sondern hilft auch bei Verdauungsschwäche und Erkältungen. Zudem unterstützt die Frucht die Ausscheidung und wird daher gern bei Gicht eingesetzt.

Honig

Klein geschnittene Quittenfrüchte werden zudem in Honig eingelegt und sollen so Husten lindern und als Stärkung dienen.

Bei folgenden Leiden hilft die Quitte

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
BronchitisHautentzündungen
Hustenrissige Haut
ErkältungVerrenkungen
HalscschmerzenBrandwunden
RachenentzündungWundliegen
Magenschleimhautentzündungwunde Brustwarzen
DarmentzündungMastdarmvorfall
SodbrennenGebärmuttervorfall
Mundgeruch
Durchfall
Verstopfung
Hämorrhoiden
Gicht
Anämie
Nervosität
Schlaflosigkeit
Bluthochdruck

Vorkommen und Sammelzeit der Quitte

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Quitte liegt im östlichen Kaukasus sowie im Transkaukasus. Von hier aus gelangte sie schon früh in die Türkei sowie nach Syrien, Turkmenistan und Afghanistan, wo sie kultiviert wurde.

Ab 600 v. Chr. wurde sie auch bei den Griechen und ab 200 v. Chr. bei den Römern angebaut. In Mitteleuropa wird sie dagegen erst seit dem 9. Jahrhundert genutzt und bevorzugt hier als wärmeliebende Pflanze die Weinanbaugebiete. Heute spielt sie in West- und Mitteleuropa eine eher untergeordnete Rolle.

Sammelzeit

Die Früchte der Heilpflanze werden von September bis Oktober oder November geerntet, während die Blätter von Mai bis September gesammelt werden können.

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