Schöllkraut

Das Schöllkraut ist oft in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden und wird gern gegen Warzen und Hühneraugen eingesetzt.

Die leicht giftige Heilpflanze bietet aber auch noch weitere heilsame Wirkungen und kann sowohl äußerlich wie auch innerlich angewendet werden.

Dabei reichen die Darreichungsformen von Frischsaft über Tinkturen bis hin zu Tees, die innerlich vor allem bei krampfhaften Beschwerden helfen. Äußerlich wirken sie dagegen hauptsächlich bei Hautkrankheiten.

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Die wichtigsten Fakten über das Schöllkraut

Da das Schöllkraut bei der Rückkehr der Schwalben aus den Winterquartieren zu blühen beginnt, nannte es schon Dioskurides 'Chelidonium'.

Das Wort leitet sich vom griechischen Wort 'chelidon' (Schwalbe) ab. Während das Scharbockskraut, das 'kleinere Schöllkraut' war, verweist das Artepitheton 'majus' (größer) auf die Größe der Pflanze. Aus Chelidonium leitete man später im Althochdeutschen das Wort 'scheliwurz' ab.

Im Mittelalter deutete man den Namen Chelidonium als 'caeli donum', also als Himmelsgeschenk. Wie im Altertum wurden der Heilpflanze große Heilkräfte und magische Fähigkeiten zugeschrieben.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist das Schöllkraut unter dem Namen Chelidonium majus bekannt.

Volkstümliche Namen

Aufgrund seiner Nutzung und Aussehens wird das Schöllkraut im Volksmund auch folgendermaßen genannt:

  • Warzenkraut
  • Krätzenkraut
  • Gschwulstkraut
  • Schälkraut, Schälerkraut oder Schellkraut
  • Aflkraut
  • Nagelkraut
  • Schinnkraut
  • Schindwurz
  • Trudenmilchkraut
  • Augenkraut
  • Blutkraut
  • Himmelsgabe oder Gottesgabe
  • Herrgottsgnade oder Herrgottsblatt
  • Marienkraut
  • Schwalbenkraut oder Schwalbenwurz
  • Ziegenkraut
  • Bockskraut
  • Teufelsmilchkraut
  • Gilbkraut
  • Goldkraut

Manchmal wird es auch falsch geschrieben und dann zum Schollkraut.

Gattung / Pflanzenfamilie

Das Schöllkraut ist eine Pflanze aus der Gattung Chelidonium und Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Heilwirkung des Schöllkrauts

Das blühende Kraut, der Saft und die Wurzel der Heilpflanze wirken:

Inhaltsstoffe

Im Schöllkraut wurden über 20 Alkaloide identifiziert. Im Herbst konzentrieren sich diese Stoffe in der Wurzel, sodass diese dann hochgiftig wird.

Enthalten sind

Anwendung des Schöllkrauts

Die Heilpflanze wird vor allem bei Leber- und Galleleiden erfolgreich eingesetzt. So eignet sie sich zur Behandlung von Leberschwellung, Gelbsucht, Gallenblasenentzündung, Gallengries, Rheuma und Gicht.

Dabei ist das Schöllkraut ein stark wirkendes Heilmittel, das in zu hohen Dosierungen giftig wirken kann. Insbesondere die Wurzel, aber auch der Saft enthält viele giftig wirkende Alkaloide. Getrocknet verliert die Heilpflanze an Giftigkeit.

Allerdings ist die Giftigkeit des Krauts umstritten. Während einige vor jeglicher innerlicher Anwendung warnen, meinen andere, dass auch größere Mengen an frischem Presssaft ungefährlich sind.

Sicher variieren die Giftstoffgehalte auch je nach Pflanze, Standort und Zeitpunkt und Menschen reagieren unterschiedlich auf Gifte. Auf allzu große Mengen sollte man aber verzichten.

Äußerliche Anwendung

Warzen

Das Schöllkraut ist ein bekanntes Mittel gegen Warzen. Dazu wird der ätzende, gelbe Saft der aus den Stängeln austritt, täglich auf die betroffene Hautstelle aufgetragen.

Der Saft wirkt stark hautreizend und löst neben Warzen auch Hühneraugen und Schwielen auf. Wegen der ätzenden Wirkung muss die umgebende Haut unbenetzt bleiben.

Tee und Saft

Der Tee oder der verdünnte Saft kann äußerlich gegen Geschwüre, Ekzeme, Akne oder andere Hauterkrankungen angewendet werden.

Augen

Nach Maria Treben stärkt das Schöllkraut die Augen, erhält ihre Sehkraft und macht sie schleier- und fleckenlos. Dazu empfiehlt sie, ein gewaschenes Blatt mit sauberen, feuchten Händen zu nehmen und den Blattstängel zwischen Daumen und Zeigefinger zu zerreiben. Die so gewonnene Flüssigkeit soll man über die Augenlider sowie in die Augenwinkel streichen.

Innerliche Anwendung

Krampflösend

Innerlich wird die Heilpflanze aufgrund der entkrampfenden Wirkung gern bei Magenschmerzen, Menstruationskrämpfen, Asthma sowie Reiz- und Krampfhusten verwendet. Dabei kann man eine Tinktur aus dem blühenden Kraut bereiten.

Weniger stark wirkt dagegen der Tee aus getrocknetem Kraut. Der frische Presssaft ist ebenfalls geeignet, wirkt aber besonders stark und sollte nur in geringen Mengen (maximal 20 Tropfen) verwendet werden.

Bei folgenden Leiden hilft das Schöllkraut

Äußerliche AnwendungInnerliche Anwendung
WarzenMagenschmerzen
HühneraugenAsthma
SchwielenMenstruationskrämpfen
GeschwüreReiz- und Krampfhusten
Ekzeme
Akne
Hautkrankheiten

Vorkommen und Sammelzeit des Schöllkrauts

Das Schöllkraut wächst gern in der Nähe von Häusern, da es eine stickstoffliebende Art ist. So findet man sie in Gärten, auf Schuttplätzen, an Wegesrändern, aber auch in Robinienbeständen und in Mauerspalten in fast ganz Europa.

Aufgrund ihrer Heilkräfte wurde sie von Siedlern auch mit nach Nordamerika gebracht.

Sammelzeit

Das blühende Kraut wird vorwiegend von Mai bis Juli gesammelt.

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