Thymian

Thymian ist insbesondere als Gewürzpflanze verbreitet und bekannt. Vor allem Kochrezepte aus der Provence sind ohne das unscheinbare Pflänzchen kaum vorstellbar.

Nur die wenigsten wissen, dass Thymian noch weit mehr kann, als dem Essen Geschmack verleihen.

Auch als Heilpflanze bietet das Küchengewürz vielfältige Eigenschaften und Vorzüge. Im Jahr 2001 wurde er deshalb auch zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Mit ihm kann ein breites Spektrum unterschiedlicher Krankheiten natürlich und effektiv behandelt werden. Bereits im Mittelalter wurden erste Leiden auf diesem Wege behandelt.

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Die wichtigsten Fakten über Thymian

Thymian war schon im antiken Griechenland sehr beliebt. Damals wurde er als Zusatz für Räuchermittel verwendet. Ihm wurde nachgesagt, er würde den Geist und das Gemüt anregen.

Im Mittelalter wurde das Gewürz erstmals als Heilpflanze genutzt und noch heute findet es in der Natur- und Pflanzenheilkunde vielfältige Einsatzgebiete. Thymian ist eine sehr ausdauernde Pflanze, die jährlich eifrig im Kräutergarten wächst. Selbst auf dem Balkon kann die Heilpflanze gezogen werden.

Wissenschaftlicher Name

Heute sind sehr viele unterschiedliche Thymianarten bekannt. Für die Medizin von besonderer Bedeutung ist der sogenannte Sandthymian, welcher den wissenschaftlichen Namen Thymus serpyllum trägt.

Weiterhin wird der echte Thymian in der Pflanzenheilkunde verwendet. Dieser trägt wiederum den wissenschaftlichen Namen Thymus vulgaris.

Volkstümliche Namen

Neben wissenschaftlichen Namen haben sich auch volkstümliche Namen geprägt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Thymian wird laut Klassifizierungssystem der Pflanzengattung der Thyimiane zugeordnet. Thymiane werden in der Wissenschaft als Thymus bezeichnet. Darüber steht die Pflanzenfamilie der Lippenblütler, welche auch unter dem Begriff Lamiaceae geführt werden.

Heilwirkung des Thymians

Die Heilwirkungen des Thymians sind sehr vielfältig und umfangreich. Mit Hilfe der Heilpflanze können ganz unterschiedliche Krankheiten und Leiden gelindert beziehungsweise behandelt werden. Dabei wirkt der Thymian:

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe des Thymians sind recht vielfältig. Nachfolgend sollen die Hauptbestandteile des echten Thymians genannt werden.

Im Thymiankraut:

  • mindestens 1,2 Prozent ätherisches Öl
  • Lamiaceengerbstoffe
  • Flavonoide
  • Triterpene

Im Thymianöl:

  • circa ein bis drei Prozent ß-Myrcen
  • fünf bis zehn Prozent y-Terpinen
  • 15 bis 28 Prozent p-Cymol
  • vier bis sechs Prozent Linalool
  • 0,2 bis 2,6 Prozent Terpinen-4-ol
  • 36 bis 55 Prozent Thymol
  • ein bis vier Prozent Carvacrol

Anwendung des Thymians

Thymian kann als Heilpflanze auf verschiedene Art angewandt werden. Abhängig von der zu behandelnden Krankheit beziehungsweise dem zu behandelnden Leiden ist eine innerliche wie auch eine äußerliche Anwendung möglich.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich besteht die Möglichkeit, den echten Thymian wie folgt anzuwenden:

Als Umschlag

Zur Herstellung eines Umschlages wird ein fünfprozentiger Aufguss hergestellt. Das heißt, pro 100ml Wasser werden circa fünf Gramm Thymian benötigt.

Der Aufguss wird wie ein einfacher Tee hergestellt, indem die Kräuter mit kochendem Wasser übergossen werden. Anschließend muss ein Tuch in dem Aufguss getränkt und um die betroffene Hautstelle gewickelt werden. Ein zweites, trockenes Tuch wird zur Fixierung genutzt.

Als Badezusatz

Thymian kann problemlos als Badezusatz verwendet werden. Dafür nimmt man pro Liter Badewasser circa 0,007 bis 0,025 Gramm der Heilpflanze.

Als Spülung

Spülungen werden vor allem bei Entzündungen der Mundschleimhaut angewandt. Ebenso aber auch zum Gurgeln. Hergestellt werden sie als Aufguss. Auch hier gilt die fünf Prozent Regel. Das heißt, fünf Gramm Thymian für 100ml Wasser.

Als Öl

Ferner besteht die Möglichkeit, das fertige, ätherische Thymianöl zur Anwendung auf der Haut zu nutzen. Allerdings sollte es deutlich verdünnt aufgetragen werden.

Innerliche Anwendung

Innerlich kann die Heilpflanze nicht nur als Gewürz in Speisen aufgenommen werden. Zusätzlich bestehen folgende Möglichkeiten:

Als Tee

Zur Herstellung eines Tees werden circa ein bis zwei Gramm Thymian mit kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte circa fünf bis zehn Minuten ziehen, bevor er abgeseiht und getrunken wird. Thymiantee kann mehrmals täglich getrunken werden.

Als Medikament

Thymian ist in verschiedenen Medikamenten, beispielsweise in Schleimlösern oder Hustenstillern, enthalten. Diese sind in Apotheken teilweise auch rezeptfrei verkäuflich.

Bei folgenden Leiden hilft der Thymian

Innerliche AnwendungÄußere Anwendung
Husten jeder Art (Bronchitis, Reizhusten, Keuchhusten, etc.)Entzündungen im Halsbereich (als Spülung zum Gurgeln)
Erkältung allgemeinEntzündungen des Zahnfleisches
Katarrhe des Kehlkopfes oder der LuftröhreMundgeruch
VerdauungsschwächeRheumatische Beschwerden
SodbrennenGicht
BlähungenVerstauchungen
MagenbeschwerdenVerrenkungen
DurchfallGelenkschmerzen
LeberschwächeSchlecht heilende und/oder entzündete Wunden
Entzündungen der NierenEkzeme
Entzündungen der BlasePickel
BlasenschwächeGesichtsrose
Typische FrauenleidenGürtelrose
Nevenschwäche
Schlafstörungen
Epilepsie

Vorkommen und Sammelzeit

Ursprünglich liegt die Heimat des echten Thymians im westlichen europäischen Mittelmeerraum. Er wurde an mehreren Stellen in Deutschland eingebürgert.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Thymian im eigenen Garten oder sogar auf dem Balkon anzubauen. Thymian ist eine ausdauernde Pflanze, die jedes Jahr aufs Neue wächst.

Sammelzeit

Thymian kann relativ lange gesammelt werden. In der Regel von April bis Oktober.

Verwendbare Pflanzenteile

Hauptsächlich werden die Thymian-Blätter verwendet. Sowohl zur Nutzung als Gewürz wie auch als Heilpflanze.

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