Veilchen

Bis in die 1930er Jahre galten die Veilchen als beliebte Schnittblumen, die großzügig gezüchtet wurden. Heute werden sie nur noch von echten Sammlern und Liebhabern gezogen.

Weltweit verbreitet ist nur noch die Sorte 'Königin Charlotte'. In der Naturheilkunde findet das Duftveilchen dahingegen auch heute noch vielfältige Anwendung, wobei bereits Hippokrates und Dioscurides die Heilpflanze als Arzneipflanze nutzten.

Im Jahr 2007 erhielt das Veilchen sogar die Auszeichnung zur 'Heilpflanze des Jahres'.

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Die wichtigsten Fakten über das Veilchen

Sowohl im griechischem wie auch im römischen Altertum war das Duftveilchen mehreren Gottheiten gewidmet. So bekränzten sich beispielsweise Feiernde am Tag des Saturn mit Veilchenblüten. Pan wurden dahingegen Veilchensträuße dargebracht.

Bei den Griechen galt das Duftveilchen auf Grund seiner dunklen Farbe und seines milden Geruchs auch als Blume der Liebe.

Ferner behauptet die griechische und römische Mythologie, dass es Gott Vulkan trotz seines weniger attraktiven Äußeren gelungen ist, von der Göttin Venus, in die er hoffnungslos verliebt war, geküsst zu werden, weil er nach Veilchenduft roch.

Wissenschaftlicher Name

Nachdem seit vielen Jahren auch die Wirkungen auf die menschliche Gesundheit bekannt sind, wurde dem Veilchen ein wissenschaftlicher Name verliehen. So kennt man das Duftveilchen in Fachkreisen auch unter dem Begriff Viola odorata.

Volkstümliche Namen

Und auch im Volksmund konnte sich die Heilpflanze unterschiedliche Namen machen.

Gattung/Pflanzenfamilie

In der Medizin ist das Duftveilchen von großer Bedeutung. Dieses gehört der gleichnamigen Pflanzengattung der Veilchen an, welche auch mit dem Namen Viola bezeichnet werden.

Diese Gattung ist Teil der Pflanzenfamilie der Veilchengewächse, welche den wissenschaftlichen Namen Violaceae führen.

Heilwirkung der Veilchen

Veilchen haben ganz unterschiedliche Heilwirkungen, wobei die Wirkungsvielfalt relativ groß ist.

Inhaltsstoffe

Auch die Inhaltsstoffe der Veilchen sind sehr vielfältig, tragen aber allesamt dazu bei, dass die Heilpflanze ihre Kräfte voll entfalten kann.

Anwendung des Veilchens

Veilchen können in der Naturheilkunde sowohl innerlich wie auch äußerlich angewandt werden. In Apotheken sind zahlreiche Präparate erhältlich, die entsprechende Inhaltsstoffe enthalten.

Darüber hinaus kann man sich auch selbst Heilmittel herstellen, die bei unterschiedlichen Leiden für Linderung sorgen.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich werden in der Regel nur Salben und Cremes angewandt. Ferner besteht die Möglichkeit, mithilfe eines Veilchentees Bäder, Waschungen oder Umschläge herzustellen.

Der Veilchentee kann bei allen Arten von entzündlichen Hauterkrankungen angewandt werden. Ferner kann er bei Rheuma oder Gicht unterstützend dazu beitragen, die Leiden zu lindern.

Innerliche Anwendung

Für die innerliche Anwendung von Veilchen als Heilpflanze gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Heilmittel herzustellen.

Als Tee

Die Heilpflanze wird traditionell als Tee konsumiert. Die Zubereitung des gesunden Getränks ist denkbar einfach. Zur Herstellung eines Veilchentees werden die Blüten der Blume entweder in getrockneter oder frischer Form benötigt. Diese werden mit heißem Wasser aufgegossen.

Der Tee hilft beispielsweise bei Husten und Bronchitis, oder aber aufgrund seiner schweißtreibenden Wirkung bei Fieber. Ferner ist der Tee sehr entspannend und kann bei Einschlafproblemen helfen.

  • Das Geheimnis der Heilpflanze: Innerlich in Form von Tee angewendet, wirkt das Veilchen schweißtreibend und kann somit Fieber senken.

Veilchen-Tee hilft außerdem gegen:

Als Wurzel

Die Wurzel des Veilchens ist ein wahres Allround-Talent, das allerdings mit Vorsicht genossen werden sollte. Bevor sie als Heilpflanze genutzt werden kann, muss sie zunächst einmal getrocknet werden. Danach kann sie in Stücke geschnitten und verzehrt werden.

  • Wird die Veilchenwurzel in großen Mengen konsumiert, wirkt sie wie ein Brechmittel. Aus diesem Grund gilt immer: In Maßen statt in Massen konsumieren!

Zur Blutreinigung kann die Wurzel der Veilchen, in getrockneter und geschnittener Form, angewandt werden. Ferner hilft die Wurzel bei Zahnungsschmerzen von Säuglingen. Zu diesem Zweck sind spezielle Veilchenwurzeln in Apotheken oder Drogeriegeschäften erhältlich.

Als Sirup

Zur Herstellung eines Sirups wird eine Handvoll frische Veilchenblüten mit 300ml Wasser und 300g Zucker vermischt. Diese Zubereitung sollte circa einen Tag ziehen.

Anschließend werden die Blüten abgeseiht und die entstandene Flüssigkeit circa eine Stunde im Wasserbad eingedickt. Der Sirup kann nun in eine Flasche gegossen werden, welche im Kühlschrank gelagert werden kann. Der Sirup hilft vor allem bei Kindern, die unter Husten leiden.

Bei folgenden Leiden hilft das Veilchen

Der nachfolgenden Tabelle kann entnommen werden, bei welchen Leiden das Duftveilchen als Heilpflanze eingesetzt werden kann.

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BronchitisHalsentzündungen
HustenRheuma
ReizhustenGicht
Keuchhustenverschiedene - auch entzündliche - Hauterkrankungen
AtembeschwerdenEkzeme
Erkrankungen der oberen AtemwegePickel
FieberHautschuppen
GrippeVerrenkungen
MagenerkrankungenQuetschungen
VerstopfungSchwellungen
Rheuma
Gicht
Blasenentzündung
Nierenentzündung
Kopfschmerzen
Schlaflosigkeit
Müdigkeit
Epilepsie
Nervosität
Angstzustände

Vorkommen und Sammelzeit der Veilchen

Die ursprüngliche Heimat des Veilchens liegt im Mittelmeerraum sowie im Kaukasus und Kurdistan. In weiten Teilen Europas wurde das Veilchen eingebürgert.

Es kann auch hierzulande problemlos im Garten angebaut werden. Das Veilchen bevorzugt lichte und halbschattige Plätze. In der freien Natur findet man die Heilpflanze vor allem an Waldrändern zwischen sommergrünen Hecken und Gebüschen.

Sammelzeit

Das Kraut der Veilchen kann in der Zeit von März bis Mai eingesammelt werden.

Verwendbare Pflanzenteile

In der Naturheilkunde und Schulmedizin werden insbesondere das blühende Kraut sowie die Wurzel der Veilchen verwendet.

Eine Heilpflanze im heimischen Garten

Wer von der gesundheitlichen Wirkung des Veilchens Gebrauch machen will, kann dieses natürlich problemlos im heimischen Garten anbauen. Das Veilchen ist eine verhältnismäßig anspruchslose Pflanze, die dennoch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit fordert. Was es alles beim Anbau der Heilpflanze zu beachten gibt, soll im Folgenden erklärt werden.

Der Standort

Bei der Wahl des Standortes gilt es zu beachten, welche Art des Veilchens angebaut werden soll. Während einige Sorten am besten im Halbschatten gedeihen, mögen es andere sonnig.

Verschiedene Arten

Die Pflanze wird in drei Sektionen eingeteilt. Diese sind:

Insgesamt gibt es rund 500 verschiedene Veilchen-Arten, die vor allem vor allem in den gemäßigten Klimazonen gedeihen. Rund 30 Arten der Pflanze sind in Deutschland zu finden. Besonders beliebt ist das Duft-Veilchen, das einen angenehmen Geruch im Garten versprüht. Aus diesem Grund kommt die Pflanze auch in der Parfüm-Industrie zum Einsatz.

Aussaat

Die Samen des Veilchens müssen rund vier Wochen in der Erde gehalten werden. Wichtig ist, dass diese stets sehr feucht ist.

Außerdem ist es förderlich, wenn die Temperatur rund 20° C beträgt. Danach können sie ausgesetzt werden.

Pflege

Die Pflanze ist – wie bereits beschrieben – sehr pflegeleicht. Sie verträgt sowohl Trockenheit als auch Nässe und übersteht auch starken Frost unbeschadet. Außerdem ist der Nährstoffverbrauch dieser Pflanze äußerst gering. Das sorgt dafür, dass die wohlriechende Heilpflanze nur sehr selten gedüngt werden muss.

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