Waldmeister

In lichten Laubwäldern tritt der zart duftende Waldmeister oft in großen Mengen auf und wird gern gepflückt, um die beliebte Maibowle herzustellen.

Allerdings sollte man von dem Getränk nicht allzu viel trinken. Schließlich führt hier nicht nur der Alkohol zu Kopfschmerzen, sondern auch der hohe Cumaringehalt.

Während Waldmeistertee gerne bei Kopfschmerzen genommen wird, führt eine zu hohe Dosierung auch hier zum genauen Gegenteil.

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Die wichtigsten Fakten über den Waldmeister

Der zart duftende Waldmeister war und ist eine beliebte Heilpflanze und Aromastoff. Eine Maibowle mit dem Kraut ist in vielen Orten beliebt.

Aufgrund des Cumarin-Gehaltes, das zu Kopfschmerzen und bei längerer Einnahme sogar zu Leberschäden führen kann, ist Waldmeister heute in Deutschland zur Aromatisierung von Limonaden und Süßwaren allerdings verboten.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Waldmeister unter dem Namen Galium odoratum bekannt.

Volkstümliche Namen

Der Waldmeister ist nach seinem botanischem Namen auch als Wohlriechendes Labkraut bekannt. Der Volksmund kennt die Heilpflanze aber auch unter folgenden Namen:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Waldmeister gehört innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) zur Pflanzengattung der Labkräuter (Galium).

Heilwirkung des Waldmeisters

Der zart duftende Waldmeister wird nicht in der Maibowle geschätzt, sondern ist auch eine beliebte Heilpflanze, die in geringen Mengen:

wirkt.

Inhaltsstoffe

Der Waldmeister setzt im welken und trockenen Zustand Cumarin frei und verursacht so den charakteristischen Geruch. In der Trockenmasse ist etwa 1 Prozent Cumarin enthalten.

Darüber hinaus enthält die Heilpflanze:

Anwendung des Waldmeisters

Das im Waldmeister enthaltene Cumarin beschwingt leicht und hilft in geringer Dosierung bei Kopfschmerzen und Migräne. In höherer Dosierung kann die Heilpflanze dagegen Kopfschmerzen verursachen und sollte deshalb sparsam eingesetzt werden.

Bis 1974 war die Aromatisierung von Limonaden und Süßwaren mit Waldmeister weit verbreitet. Da diese hauptsächlich Kinder konsumierten, wurde sie in Deutschland verboten, um Leberschäden durch zu häufige Nutzung vorzubeugen. Früher wurde die Heilpflanze als Mittel gegen dämonische Kräfte verwendet.

So ließen sich Hexen angeblich mit einer Mischung von Waldmeister, Johanniskraut und Härtz Bilgen vertreiben. Zudem wurde Kühen, die nicht fressen wollten, in Posen Waldmeister mit etwas Salz gegeben.

Äußerliche Anwendung

Duftkissen

Den Duft des Waldmeisters kann man in Duftkissen nutzen. Beliebt sind Mischungen mit Salbei, Lavendel, Steinklee und anderen getrockneten Duftkräutern. Das Duftkissen kann ins Bett mitgenommen oder in den Kleiderschrank gehängt werden, um Motten zu vertreiben.

Innerliche Anwendung

Tee

Waldmeister wird hauptsächlich in Tees oder Teemischungen gegen Kopfschmerzen und Migräne genutzt. Das blühende Kraut darf aber nicht überdosiert werden, um die Beschwerden nicht zu verstärken.

Die beruhigende Wirkung des Waldmeisters hilft aber auch bei Schlaflosigkeit und Unruhe. Dank der krampflösenden Eigenschaften lindert er zudem Periodenkrämpfe.

Da die Blutgerinnung durch Cumarin vermindert wird, muss man dies im Fall von Wunden berücksichtigen. Der Tee kann aber auch zur Stärkung der Blutgefäße, insbesondere der Venen dienen. So hilft er auch gegen geschwollene Füße.

Waldmeisterbowle

Ein Klassiker zum ersten Mai ist die Maibowle aus Waldmeister. Hierfür nimmt man das noch nicht blühende Kraut, da es stärker duftet. Eine Handvoll davon lässt man anwelken und hängt das Sträußchen in einen Liter Wein.

Nach zwei Stunden werden zwei Esslöffel Zucker mit etwas heißem Wasser angerührt und in die angesetzte Mischung gegeben. Zum Schluss gibt man noch eine Flasche Sekt dazu, um eine prickelnd-erfrischende Bowle zu erhalten.

Aufgrund des Cumarin-Gehalts wird empfohlen, höchstens drei Gramm Kraut pro Liter Wein also zwei bis drei Pflanzen zu verwenden. Bei gewerbsmäßig hergestellter Maibowle oder anderen alkoholischen Getränken dürfen in Deutschland maximal fünf Milligramm Cumarin pro Liter enthalten sein.

Bei folgenden Leiden hilft der Waldmeister

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
 KopfschmerzenSchlecht heilende Wunden
 VerdauungsbeschwerdenEkzeme
 BlasensteineFurunkel
 Herzschwäche
 nervöse Schlaflosigkeit und Unruhe
 Venenschwäche
 Menstruationsbeschwerden
 Nervenschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit des Waldmeisters

Der Waldmeister wächst kühleren Zonen und Höhenlagen von bis zu 1.400 Meter in Nord-, Mittel- und Osteuropa sowie in Teilen Asiens und im nordwestlichen Afrika. In Nordamerika gedeiht er als Neophyt.

In Deutschland findet man ihn oft in schattigen Rotbuchenwäldern, aber auch in Eichen-Hainbuchenwäldern. Dabei bevorzugt die Heilpflanze frische, lockere, nährstoff- sowie basenreiche Böden und dient als Zeigerpflanze für Lehmböden.

Sammelzeit

Das Kraut wird vor und während der Blüte von Mai bis Juni gesammelt.

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