Heilpflanze Weiden

Weiden sind mit mehr als 450 Arten auf der nördlichen Erdhalbkugel vertreten. Nur wenige Arten kommen auch in den südlichen Regionen oder den Tropen vor.

Weiden wachsen je nach Sorte in Strauchform oder als bis zu 30 Meter hoher Baum. Diese erreichen ihre Höhe sehr schnell, sind aber auch entsprechend kurzlebig.

Weiden sind nicht nur ein schnell wachsender Gartenstrauch. Sie werden auch als Heilpflanze verwendet, weil die Rinde der Pflanze Substanzen enthält, die eine große Ähnlichkeit mit der schmerzlindernden Arznei Acetylsalicylsäure aufweisen.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Wissenschaftlicher Name

Die Wissenschaft nennt die Weiden Salix. Je nach Sorte der Heilpflanze wird deren Bezeichnung angehängt, z. B. bei der Korkenzieher-Weide Salix matsudana.

Volkstümliche Bezeichnungen für die Weide

Je nach Region haben Weiden noch andere Bezeichnungen:

Sie leiten sich teilweise von der weiteren Verwendung der Weide ab. Zum Palmsonntag werden frisch erblühte Weidenzweige geschnitten und für den Osterstrauß verwendet. Weiden werden nicht nur als Heilpflanze, sondern auch zum Flechten von Korbwaren verwendet.

Gattung/Pflanzenfamilie

Weiden (Salix) gehören in die große Familie der Weidengewächse (Salicaceae).

Heilwirkung der Weiden

Bereits in der Steinzeit wurden Weiden als Heilpflanze wegen ihrer Wirkung verwendet. Besonders Frauen wussten um die heilende Wirkung der Rinde, die sie unter anderem bei Regelbeschwerden einsetzten. Die in der Rinde von Weiden enthaltenen Substanzen werden zudem hauptsächlich bei Arthrose oder Schmerzen eingesetzt.

Die Heilpflanze besitzt diese Wirkungen:

Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Das in der Borke der Silberweide und der Purpurweide enthaltene Salicin ist der wichtigste Wirkstoff der Pflanze. Es wird von der Darmschleimhaut zu Salicylsäure umgewandelt. Sie ist jedoch nicht alleine für die Wirkung als Heilpflanze zuständig, auch diese Inhaltsstoffe unterstützen sie dabei:

Anwendungsbereiche der Weide

Innerliche Anwendung

Tee

Die Wirkstoffe der Weiden werden in Form von Tee oder als Arzneimittel aus der Apotheke eingenommen. Für die Zubereitung als Tee wird die Weidenrinde zerkleinert oder pulverisiert angeboten. Dies ist nicht nur eine beliebte Alternativmethode zu Schmerzmitteln, sondern hat auch den Vorteil, gleichzeitig die Flüssigkeitszufuhr zu regulieren. Zusätzlich kann die Weidenrinde mit einer anderen Heilpflanze gemischt werden, wenn es das Beschwerdebild erfordert.

  • Von dem Tee aus Weiden sollten täglich nicht mehr als fünf Tassen getrunken werden. Der Gehalt an Salicyl ist gegenüber klassischer Medikamente niedriger. Eine dauerhafte Anwendung wird wegen möglicherweise auftretender Magen- und Darmbeschwerden dennoch nicht empfohlen.

Äußerliche Anwendung

Das Pulver der Rinde der Weiden kann als eine sogenannte Abkochung (5g Pulver auf 100 ml Wasser) einem Fußbad zugegeben werden. Schmerzende Bereiche des Körpers können mit einer Auflage aus frisch gequetschten Rindenstücken behandelt werden.

Die Heilpflanze Weide hilft bei diesen Beschwerden

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
Grippale InfekteHühneraugen
KopfschmerzenWarzen
Gichtschmerzende Gelenke
RückenschmerzenHautwunden
alle Arten von RheumaGeschwüre
BlasenentzündungHaarspülung bei Schuppen
Regelschmerzen
Milz- und Leberschmerzen
Angstzustände
Nervenschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit der Weiden

Alle Weiden enthalten Salicin, aber nicht in jeder Sorte ist der Wirkstoff in gleicher Menge vorhanden. Die Bruchweiden weisen einen besonders hohen Gehalt auf. Am häufigsten wird die Silberweide oder die Purpurweide als Heilpflanze verwendet.

Weiden vermehren sich in der Natur durch Samen und durch vegetative Vermehrung. Diese kann auch im Garten genutzt werden, um die Pflanze zu vermehren. Die abgeschnittenen Zweige werden in einer Vase mit Wasser bewurzelt, das geht relativ schnell. Anschließend lassen sich diese Zweige in den Garten oder in einen großen Kübel mit Erde einpflanzen. Die eigene Heilpflanze ist also schnell herangezogen.

Sammelzeit

Das Frühjahr bzw. die Zeit zwischen April bis Juni wird als die beste Sammelzeit der Weidenrinde angegeben. Aber auch im September und Oktober ist es noch einmal möglich. Es sollten nur die zweijährigen Zweige der Weiden kurz abgeschnitten werden. Die Rinde wird abgelöst und muss anschließend trocknen.

Verwendete Pflanzenteile der Weide

Von Weiden als Heilpflanze wird meistens nur die Rinde verwendet, da sich nur darin der Wirkstoff Salicin befindet. Aber auch die Blätter der Weide werden zu therapeutischen Zwecken verwendet. Sie werden nur gesammelt, solange sie noch jung sind.

Die Weiterverarbeitung

Nach dem Trocknen der Rinde wird diese pulverisiert. 2 TL Weidenrindenpulver oder fein geschnittene Rindenstückchen werden mit einem Liter kalten Wasser angesetzt. Nach 2-3-stündigem Einweichen wird dieser Sud langsam aufgekocht, danach fünf Minuten ruhen gelassen und dann abgeseiht.

Dieser Tee kann dann in der empfohlenen Menge getrunken werden. Die Wirkung wird sich nicht sofort einstellen, sondern erst nach der regelmäßigen Einnahme nach einigen Tagen.

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant