E 628 Dikaliumguanylat

E 628 Dikaliumguanylat

Hinter der E-Nummer E 628 verbirgt sich der Geschmacksverstärker Dikaliumguanylat (englische Bezeichnung dipotassium guanylate). Er ist ein Salz der Guanylsäure (E 626), das besonders in Fertiggerichten und salzhaltigen Lebensmitteln eine Verwendung findet.

In der Reihe der Guanylate gibt es außerdem das Dinatriumguanylat (E 627) und das Calciumguanylat (E 629).

Welche Eigenschaften hat Dikaliumguanylat (E 628)?

Guanylate sind auf Basis der Guanylsäure hergestellte Verbindungen. In der Herstellung von E-Nummer E 628 wird Kalium durch eine chemische Reaktion mit Guanylsäure verbunden. Dikaliumguanylat gilt zwar als unbedenklich, jedoch erfolgt durch ihn eine übermäßige Harnsäureproduktion im Körper.

Für Menschen mit Vorerkrankungen der Harnwege, kann der Verzehr von guanylathaltigen Lebensmitteln in großen Mengen schwerwiegende Folgen haben. Es bilden sich Kristalle, die sich in den Gelenken und in weichem Gewebe einnisten können und so zu Stoffwechselkrankheiten führen. Menschen, bei denen ein erhöhter Harnsäurespiegel bekannt ist, sollten Guanylate meiden.

Dikaliumguanylat wird durch eine chemische Reaktion mit Hilfe von Bakterien hergestellt.

E-Nummer E 628 kann auch tierischen Ursprungs sein und der Einsatz von Gentechnik kann nicht ausgeschlossen werden. Genaue Angaben kann nur der Hersteller selbst machen.

  • Die für Versuche an Tieren benutzten Ratten und Mäuse reagierten positiv auf E-Nummer E 628, denn im Gegensatz zum Menschen haben die Tiere die Möglichkeit Guanylate in Allantonin umzuwandeln, dieser Stoff ist bereits in ihrem Körper vorhanden.

Um einen noch intensiveren Geschmack zu erzielen, werden Guanylate oft mit Glutamaten kombiniert. Die beiden Zusatzstoffe verstärken sich gegenseitig.

Guanylate haben einen 10- bis 20-fach intensiveren Geschmack als Glutamate (E 620E 625).

Ein übermäßiger Verzehr von guanylathaltigen Produkten kann allergische Reaktionen, wie Bauchschmerzen, auslösen.

Wo wird Dikaliumguanylat (E 628) verwendet?

Würde man in Fertiggerichten auf den Einsatz von Geschmacksverstärkern wie E-Nummer E 628 verzichten, wäre deren Geschmack wohl für die meisten zu lasch.

Folgende industriell hergestellte Lebensmittel werden häufig mit geschmacksverstärkendem Dikaliumguanylat produziert:

  • Fertigprodukte
  • Suppen
  • Saucen
  • Fleischerzeugnisse
  • Knabbergebäck(Kartoffelchips, Cracker, Flips)
  • Gemüseerzeugnisse (besonders Tomatenprodukte)
  • Würzmittel

Hinweise zu Dikaliumguanylat (E 628)

E628
Ursprung?
Einsatz in Bio-Lebensmitteln?
  • In Würzmitteln dürfen die Hersteller nach ihrem Ermessen Guanylate einsetzen. Für alle anderen Lebensmittel gelten 500 mg Guanylat pro kg als Obergrenze.
  • Dikaliumguanylat wird auch als Ersatz für natriumfreies Kochsalz verwendet.

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Quellen

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz:Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Lebensmitteln zu technologischen Zwecken (Zusatzstoff-Zulassungsverordnung - ZZulV)
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Zusatzstoffe nach ihren E-Nummern
Kuhnert, Peter (2014): Lexikon Lebensmittelzusatzstoffe: Zusatzstoffe, Enzyme, technische Hilfsstoffe, Nahrungsergänzungsstoffe, 4. Auflage
Grimm, Hans-Ulrich (2015): Die Ernährungsfalle: Wie die Lebensmittelindustrie unser Essen manipuliert
Grimm, Hans-Ulrich/ Ubbenhorst, Bernhard: Chemie im Essen: Lebensmittel-Zusatzstoffe. Wie sie wirken, warum sie schaden
Hochschule Trier: Zusatzstoffe


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