Glutamatunverträglichkeit - Symptome, Auswirkungen des Zusatzstoffes Glutamat

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Glutamatunverträglichkeit - Die wichtigsten Fakten

  • Glutamat ist ein Zusatzstoff und gilt offiziell als unbedenklich, da er in einer natürlichen Form, der Glutaminsäure, auch im Körper vorkommt.
  • Gegner bringen Glutamat in Verbindung mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Nerven- und Augenerkrankungen sowie dem China-Restaurant-Syndrom.
  • Der Stoff gilt als Dickmacher, denn durch ihn wird das Hungergefühl beziehungsweise das Sättigungsgefühl verfälscht.
  • Häufig wird der Zusatzstoff als Geschmacksverstärker eingesetzt.
  • Die Produktion im Jahr beträgt 600 Tonnen.

Glutamatunverträglichkeit - was steckt hinter Glutamat?

Wird Glutaminsäure freigesetzt, kommt es beispielsweise bei lange gereiftem Schinken zu einer Veränderung des Geschmacks - der Schinken schmeckt herzhafter und intensiver.

Dieser Geschmack nennt sich Umamigeschmack. Umami kommt aus dem Japanischen und verbindet die Bedeutungen würzig, intensiv fleischig und wohlschmeckend. Diese Tatsache hat sich die Lebensmittelindustrie zunutze gemacht.

Glutamat wird aufgrund seines verstärkenden Geschmacks besonders in Fertigprodukten eingesetzt. Aber auch Schinken- oder Käsehersteller, die sich den langen Reifeprozess und die damit verbundene natürliche Freisetzung der Glutaminsäure sparen wollen, greifen auf Glutamat als Zusatzstoff zurück.

Menschen, die an einer Glutamatintoleranz leiden, reagieren mit Symptomen auf den natürlicherweise vorkommenden Umamigeschmack in Käse, Schinken, Pilzen oder Sojasauße in gleicherweise wie auf den künstlichen Zusatzstoff Glutamat.

  • Vorsicht ist bei einer erhöhten Zink-Zufuhr geboten: Der Körper produziert ab 60 mg des zugeführten Mineralstoffes Zink einen Überschuss an Glutamat.

Glutamatunverträglichkeit im Überblick

NahrungsmittelunverträglichkeitGlutamatunverträglichkeit
SymptomeKopfschmerzen, Übelkeit, Nervenerkrankungen, Augenerkrankungen, Übergewicht, Langzeiterkrankungen: Parkinson, Alzheimer, Schlaganfallrisiko
UrsachenDie Ursache ist bis zum jetzigen Erkenntnisstand unaufgeklärt.
Bedenkliche LebensmittelNatürlich lange gereifte Lebensmittel, wie Käse (Roquefort, Parmesan) und Schinken, Pilze, Sojasauce, Tomaten, Produkte, in denen Glutamat als Zusatzstoff verwendet wird (insbesondere Fertigprodukte und Chips)
Unbedenkliche LebensmittelFertigprodukte oder Gewürzmischungen, die ohne Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker hergestellt werden sowie alle natürlichen Lebensmittel ohne natürliches Glutamat

Glutamatunverträglichkeit - Symptome der Unverträglichkeit

Die Symptome einer echten Glutamatunverträglichkeit unterscheiden sich je nach Betroffenem. Dabei gilt, dass Kopfschmerzen, Übelkeit, Jucken oder Anschwellen im Halsbereich sowie Rötungen auf der Haut (Halsbereich) erste Anzeichen der Intoleranz sind.

Im Hinblick auf die Auswahl der täglichen Lebensmittel sollten Betroffene neben dem natürlich vorkommenden Glutamat, die E-Nummern 620 – 625 meiden. Hinter diesen verbirgt sich der Geschmacksverstärker.

  • Auch Hefeextrakt sollte gemieden werden - auch in diesem steckt Glutamat.

Glutamatunverträglichkeit - Besserung durch Schulung des Geschmacks

Abgesehen davon, dass Betroffene einer Glutamatunverträglichkeit zur Linderung ihrer Symptome auf Glutamat in ihrer täglichen Nahrung verzichten sollten, besteht auch für gesunde Menschen die Kernaufgabe darin, den eigenen Geschmack zu erkennen und zu schulen.

Da die Lebensmittelindustrie immer mehr auf die Wünsche der breiten Verbrauchermasse eingeht, kann es ganz unbewusst passieren, dass natürliche Lebensmittel nicht mehr schmecken. Frische natürliche Produkte sollten daher einem Fertigprodukt, egal ob eine Unverträglichkeit besteht oder nicht, stets vorgzogen werden.


Quellen

Hans-Helmut, Martin: Richtig einkaufen ohne Glutamat: Für Sie bewertet: 550 Fertigprodukte und Lebensmittel
Zalpour, Christoff: Springer Lexikon Physiotherapie
Paas, Doris: Dünndarmfehlbesiedelung: erkennen, verstehen, erfolgreich behandeln
Ahnefeld / Grünert / Schmitz: Parenterale Ernährungstherapie: Bausteine, Konzepte, Dosierungen
Holmes, Bob: Geschmack: Gebrauchsanleitung für einen vernachlässigten Sinn
Tepperwein, Kurt: Das große BodyFit-Buch für Körper und Seele
FOCUS Online: Laktoseintoleranz: Nahrungsmittelunverträglichkeit
Niehaus, Monika / Pollmer, Udo: Wer gesund isst, stirbt früher: Tatsachen und Trugschlüsse über unser Essen


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