Astaxanthin

Astaxanthin in Algen

Alles zu Astaxanthin

Stößt man zum ersten Mal auf den Begriff „Astaxanthin“, so hört er sich für viele Menschen ein wenig gruselig an, wie eine Substanz, die man auf gar keinen Fall im eigenen Körper haben möchte. Es klingt ganz ähnlich wie Aflatoxin, ein höchst krebserregender Stoff. Dabei könnten wir mit dieser Vermutung von der Wahrheit nicht weiter entfernt sein.

So ist Astaxanthin doch ein überaus gesundes Antioxidans, das strukturell mit den Carotinoiden verwandt ist. β-Carotin, welches in dunkelgrünem Gemüse wie Grünkohl, Spinat und Broccoli, aber auch in gelblichen oder orangenen Früchten wie Mango, Pfirsich oder Sanddorn vorkommt, wird sicherlich den meisten von ihnen ein Begriff sein.

Antioxidantien / „Freie Radikale“

Was ist ein Antioxidans und wofür ist es gut? Die Definitition besagt, dass es sich hierbei um eine chemische Verbindung handelt, die eine Oxidation anderer Substanzen entweder verlangsamt, oder sogar gänzlich verhindert. Im menschlichen Körper beugen Antioxidantien Herz- und Kreislauferkrankungen vor, bekämpfen sogenannte „freie Radikale“ und schützen möglicherweise sogar vor bestimmten Krebsarten.

Wenn von freien Radikalen die Rede ist, muss man sich stets vor Augen führen, dass hier nach wie vor auf theoretischer Ebene diskutiert wird. Das bedeutet, dass es zwar bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen und auch Befunde zu dem Thema gibt, davon aber noch nichts final bewiesen und belegt ist.

Kurz zusammengefasst besagt die Theorie der freien Radikale, dass es durch Stoffwechselprozesse aus molekularem Sauerstoff in menschlichen Zellen zur Bildung von Atomen oder Molekülen mit wenigstens einem ungepaarten Valenzelektron kommen kann. In der Praxis gelten sie als der Grund dafür, dass der Mensch altert. Antioxidantien können also theoretisch den Alterungsprozess verlangsamen.

Vorkommen

Astaxanthin findet man in Algen, Bakterien, Plankton und Pilzen. Besonders viel der chemischen Verbindung befindet sich in der sogenannten „Blutregenalge“ Haematococcus pluvialis. Diese Algenform ist häufig extremen Wetterbindungen ausgesetzt und produziert in diesen Zeiten ganz besonders viel Astaxanthin. Zu erkennen ist das durch die starke rosarötliche Einfärbung der Pflanze. Auffällig ist, dass die Blutregenalge trotz widriger Bedingungen häufig eine Lebenserwartung von über vierzig Jahren hat.

Wirkung

Angeblich bekommt durch das Astaxanthin der Lachs nicht nur seine rote Farbe, sondern auch die Power um bei seiner jährlichen Wanderung Stromaufwärts zu schwimmen. Auch einige Krebsarten wie Krill und auch der pinke Flamingo beziehen ihren „Teint“ aus dem Astaxanthin. Warum jedoch nehmen die Tiere Astaxanthin zu sich?

Das Antioxidans hemmt die lichtinduzierte Bildung von Singulett-Sauerstoffspezien, den sogenannten freien Radikalen. Astaxanthin schützt also nicht nur die Haut und verhindert Verdickungen, sondern hält darüber hinaus auch noch die Kollagenbildung aufrecht und repariert sogar kaputte Strukturen. Zudem wird ihm eine entzündungshemmende Wirkung und positive Effekte für die kardiovaskuläre Gesundheit und muskuläre Erholung nachgesagt.

In der heutigen Gesellschaft, besonders in Industrieländern, sitzen viele Menschen lange Stunden im Büro vor dem Computerbildschirm. Dabei kommt es häuftig zu Ermüdungserscheinungen und Fokussierungsstörungen. Astaxanthin fördert die Durchblutung der Kapillargefäße in der Netzhaut im Bereich des Sehnervs und beugt so Krankheiten vor.

Nährwerte

Bei Astaxanthin kann man weniger von Nährwerten im herkömmlichen Sinne sprechen. Schließlich ist die Menge an Makronährstoffen, wie Kohlenhydraten oder Proteinen, die man sich über die kleinen Kapseln, in denen Astaxanthin in der Regel eingenommen wird, zuführt, zu vernachlässigen. Häufig stecken dafür mehrere hundert Milligramm Vitamin C, einige Milligramm Vitamin E sowie mehr als fünfzig Milligramm Magnesium in den Kapseln.

Einige Anbieter geben zudem Zusatzstoffe wie Oliven, Sonnenblumen- oder Distelöl in ihre Produkte. Dies soll den Vorteil haben, dass das Astaxanthin besser vom Körper aufgenommen wird.

Eignung von Astaxanthin

Extremsportler versprechen sich durch die Einnahme von Astaxanthin eine Leistungssteigerung bei Wettkämpfen. Es gibt jedoch einige gute Gründe, die Aufnahme von hochdosierten Antioxidantien wie Astaxanthin zeitlich vom Sport zu trennen. Grob erklärt: Sport löst im Körper oxidativen Streß aus, an den sich der Organismus mit der Zeit anpasst – das bedeutet, er wird durch die Trainingsbelastung mittelfristig stärker, ausdauernder und resistenter. Das ist ja exakt der Effekt, den man beim Sport treiben erzielen möchte.

Nimmt man nun kurz vor dem Sport oder auch direkt danach hochdosierte Radikalfänger ein (Vitaminpräparate, aber auch Astaxanthin), so wird dadurch dieser wichtige oxidativen Streß gesenkt und somit die die adaptiven Prozesse des Körpers gehemmt. Effektiv werden damit die Trainingsfortschritte verringert – man sabotiert somit sein eigenes Training. Der Unterschied zwischen Astaxanthin und anderen Vitaminpräparaten ist ein geringeres Maß an Volatilität. Seine Wirkung ist jedoch ebenfalls akut.

Deshalb lautet unsere Empfehlung, Astaxanthin antagonistisch einzunehmen: Wer morgens Sport treibt, sollte es vor dem Schlafengehen einnehmen. Wird jedoch in der Regel in den Abendstunden trainiert, gibt es das Antioxidans am besten zum Frühstück.

Speziell Triathleten, Marathon- und „Iron Man“-Sportler, die sich häufig über mehrere Stunden der prallen Sonnenstrahlung aussetzen, schätzen zudem auch den Sonnenschutz „von innen“. Die Einnahme von Astaxanthin bewahrt den Körper vor dem Stress, der durch die UV-Strahlung ausgelöst wird. Positiv ist, dass der Sonnenschutz nicht von der Haut gewaschen werden kann. Trotzdem darf man Astaxanthin bestenfalls als Ergänzung, nicht jedoch als kompletten Ersatz für Sonnencreme oder Spezialkleidung ansehen.

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Dosierung von Astaxanthin

In Deutschland ist die empfohlene Einnahme von Astaxanthin auf vier Milligramm pro Tag reguliert. Im europäischen Ausland ist die Dosierung weitaus liberaler gestaltet. So ist es über einen Zeitraum von maximal drei Monaten bereits in einer Dosis von bis zu 40 Milligramm täglich ohne Nebenwirkungen verabreicht worden.

Zusammen mit anderen Carotinoiden, Vitaminen und Mineralstoffen wurden vier Milligramm Astaxanthin auch schon über den deutlich längeren Zeitraum von einem Jahr ohne negative Begleiterscheinungen eingenommen.

Positive Wirkung von Astaxanthin

  • Repariert offenbar die negativen Effekte von UV-Strahlung (vorzeitige Hautalterung bis hin zu Hautkrebs). Die Haut entwickelt einen eigenen „natürlichen“ Sonnenschutz.
  • Stressresistenz
  • Leistungsfördernd
  • Vorbeugung von Herzkrankheiten
  • Entzündungshemmende Wirkung → gut bei Gelenk- und Muskel- und Sehnenschmerzen

Studien über Astaxanthin

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Seitdem Astaxanthin vor circa zehn Jahren mit Behauptungen wie „unterstützt die Sehkraft“ oder „ist gut für das Immunsystem“ auf den Markt geworfen wurde, haben sich natürlich auch viele Experten und Wissenschaftler mit dem Antioxidans auseinandergesetzt.

Im Jahr 2011 untersuchten zum Beispiel vier Mitarbeiter des Pennington-Forschungsinstituts für Biomedizin in Baton Rouge, Louisiana (USA) im Auftrag des Sportgetränkeherstellers Gatorade den Effekt von Astaxanthin auf die Leistungsfähigkeit von Radsport-Zeitfahrern. Es wurden 21 Profi-Radrennfahrer ausgewählt und in zwei Gruppen unterteilt: Die eine Gruppe bekam eine Dosis von vier Milligramm Astaxanthin verabreicht, während die andere Gruppe ein Placebo supplementiert bekam.

An einem Tag wurde ein VO2max-Test durchgeführt, d.h. mit einer Atemmaske über Mund und Nase wurde der Sauerstoffverbrauch gemessen und so der maximale Wert ermittelt. Durch Ermittlung des VO2max erfährt der Sportler seine Belastungsgrenzen. Nachdem die Athleten zehn Stunden gefastet hatten, erwartete sie am nächsten Tag eine zweistündige Fahrt bei konstanter Intensität (5 Prozent unter ihrem VO2max-Wert) gefolgt von einer Zeitfahretappe über zwanzig Kilometer.

Das Ergebnis war ziemlich überraschend und für die Wissenschaftlter auch schwer zu erklären: Die Astaxanthin-Gruppe erfuhr nicht nur durch die Bank weg eine erhebliche Leistungssteigerung und komplettierte die Strecke in durchschnittlich zwei Minuten weniger als die Fahrer ohne Astaxanthin-Supplementierung, sie erfuhren zudem auch einen weitaus größeren Leistungsausgang (20 Watt verglichen mit nur 1,6 Watt in der Placebo-Gruppe).

Eine andere Studie, durchgeführt von Wissenschaftlern der Ege-Universität in Izmir (Türkei), beschäftigte sich hingegen mit Astaxanthin als „Anti-Aging“-Wirkstoff, also als Produkt, welches die Hautalterung verlangsamen soll. Dazu wurden ein Lipogel und ein Hydrogel mit Astaxanthin unterschiedlichen Ursprungs hergestellt. Mit Hilfe eines Rheometers wurden beide Stoffe genaustens untersucht.

Das Ergebnis zeigte, dass das liposomale Astaxanthin in allen Kategorien die bessere Form gewesen ist. Es ließ sich leichter auf die Haut auftragen und zog auch schneller ein. Zudem förderte es die Bildung von antioxidativen Enzymen.

Verabreichungsformen

Die gängiste Verabrechungsform sind Kapseln, meist mit einer Dosis von vier Milligramm. Es ist jedoch auch als Pulver oder auch als Energy Drink im Handel erhältlich. Wichtig insbesondere für Menschen, die auf vegetarische oder sogar vegane Ernährung wert legen, ist der Fakt, woraus das Präparat gewonnen wird und was zur Herstellung der Gelantine für die Kapsel-Ummantlung verwendet wird.

Häufig kommt hier Schweine- oder Rindergelantine zum Einsatz. Wer auf Tierprodukte verzichtet, sollte hier darauf achten, dass als Geliermittel Carrageen (aus Rotalge) oder Cellulose verwendet wird. Manche Firmen stellen das Astaxanthin synthetisch aus Erdöl her, diese künstliche Form des Astaxanthin ist jedoch in erster Linie als Tierfutter gedacht. Auch aus dem Hefepilz Phaffia rhodozyma kann das Antioxidans gewonnen werden.

Die beste antioxidative Wirkung und somit den effektivsten Zellschutz erreicht man jedoch nur, wenn das Astaxanthin aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis gewonnen wird. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass die Alge nur sehr kompliziert anzubauen und zu trocknen ist. Selbst wenn man ordnungsgemäß gewachsene Blutregenalgen sein Eigen nennt, sieht man sich der Herausforderung gegenüber, das Astaxanthin zu extrahieren und in Kapsel- oder Pillenform zu bringen.

Das Hauptproblem hierbei ist, dass das Antioxidans wenn es Sauerstoff ausgesetzt wird, sofort oxidiert. Das ist zwar gesundheitlich unbedenklich, die chemische Verbindung wird jedoch träge und verliert ihre Wirkung. Um das zu vermeiden ist beim gesamten Verarbeitungsprozess höchste Vorsicht geboten.

Astaxanthin ist zwar auch Wasser-, vor allem aber auch Fettlöslich, deshalb wird es am Besten zusammen mit einer Hauptmahlzeit eingenommen, um optimal vom Körper resorbiert zu werden. Das hohe Maß an Fettlöslichkeit erkennt man beim Blick auf die chemische Strukturformel: Der mittlere Teil des Astaxanthins ähnelt sehr stark dem einer Fettsäure – es hat sehr wenig Sauerstoffe. Eine Einnahme auf nüchternen Magen, zum Beispiel zusammen mit Leinöl oder Schwarzkümmelöl, ist hingegen nicht zu empfehlen, da es vielen Menschen nicht gut bekommt.

Wichtigste Kernpunkte

  1. Astaxanthin wird aus der Blutregenalge Haematococcus pluvialis gewonnen, die zwar weltweit, bevorzugt allerdings im extremen Klima ost- und zentralafrikanischer Seen sowie Schneefeldern am Nordpol vorkommt.
  1. Die Farbe von Astaxanthin ist blutrot.
  1. Astaxanthin hemmt die Radikalbildung und kann auf Grund seiner kollagenbildenden Wirkung als „Sonnenschutz von Innen“ betrachtet werden.
  1. Die Einnahmeempfehlung von Astaxanthin in Deutschland beträgt vier Milligramm pro Tag.
  1. Die gängigste Verabreichungsform von Astaxanthin sind Kapseln, da sich der Wirkstoff beim Kontakt mit Sauerstoff verflüchtigt.
  1. Astaxanthin ist fettlöslich.

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