Fructosearme Lebensmittel als Lösung bei Fructoseintoleranz

Fructosearme Lebensmittel als Lösung bei Fructoseintoleranz

Fructosearme Lebensmittel - Die wichtigsten Fakten

  • Fructose (Fruchtzucker) kommt häufig im Essen vor.
  • Eine Fructoseintoleranz betrifft bis zu 30% der Bevölkerung.
  • Zu den Symptomen zählen Blähungen, Durchfall, Bauschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit.
  • Eine Fructoseintoleranz lässt sich nicht heilen, sondern durch eine Ernährungsweise kontrollieren.
  • Fructosearme Lebensmittel spielen dabei eine zentrale Rolle.

Fructosearme Lebensmittel und Ernährungsumstellung als Erfolgsschlüssel

Bei der Fructoseintoleranz kann der Zucker im Dünndarm nicht richtig aufgenommen werden.

Im Normalfall wickeln spezielle Transport-Moleküle (hauptsächlich der sogenannte „GLUT5-Transporter) die Verarbeitung ab. Kommt es in diesem Transportsystem zu Störungen, kann die Fructose nicht ins Blut gelangen und wandert stattdessen in den Dickdarm. Dort entstehen durch bakterielle Zersetzung Gase und Fettsäuren. Die Folge sind die beschriebenen Symptome.

Eine korrekte Diagnose gilt als schwierig und erfordert erfahrenes fachärztliches Personal. Zur Diagnostik wird ein Atemtest eingesetzt. Um die Ergebnisse zu bestätigen, wird anschließend in der Regel eine Testphase mit dem Führen eines Ernährungstagebuches verordnet.

Allem Anschein nach scheint jeder Mensch – also auch Gesunde – eine individuelle Kapazität zur Verarbeitung von Fructose zu besitzen. Es gilt diese individuelle Schwelle herauszufinden und sich entsprechend zu ernähren.

Fruchtzucker kommt in der Nahrung natürlicherweise häufig und in verschiedenen Formen vor.

  • Durch eine normale Ernährungsweise werden bis zu 100g Fructose täglich aufgenommen. Eine Studie von Kim et al. (2011) zeigte, dass eine Aufnahme von 50g Fructose bei den Versuchspersonen 4-fach erhöhte Atemgaswerte verursachte, die Anzeichen einer Fructoseintoleranz sind.

Warum fructosearme Lebensmittel und nicht völliger Verzicht?

Von einem völligen Verzicht auf Fructose wird Gründen abgeraten:

Erstens: Eine Gefahr besteht darin, dass es zu einem Mangel an anderen Nährstoffen kommen kann. Fructose kommt zum Beispiel reichlich in Obst und Gemüse vor. Würde man diese Lebensmittel komplett streichen, streicht man auch Vitamine und Mineralien vom Speiseplan.

Zweitens: Eine Fructoseintoleranz zeichnet sich dadurch aus, dass das Transportsystem des Dünndarms ab einer bestimmten Menge an Fructose überlastet ist. Bis zu dieser Schwelle ist es hingegen gut und sinnvoll dieses Transportsystem gewissermaßen zu „trainieren“. Würde das das Transportsystem aufgrund mangelnden „Trainings“ verkümmern, würden später sogar kleine Mengen an Fructose Beschwerden hervorrufen.

Was sind fructosearme Lebensmittel?

Es existiert keine weltweit einheitliche Vorgehensweise zur Behandlung einer Fructoseintoleranz. Die genaue Methodik richtet sich nach der Kompetenz und Erfahrung des behandelnden Therapeuten.

Ein führendes Zentrum – die Georgia Regents University (USA) – gibt beispielsweise folgenden Basisgrößen für fructosearme Lebensmittel vor:

  • Weniger als 3g Fructose pro Portion
  • Weniger als 0,5g freie Fructose

Eine andere Gruppe australischer Wissenschaftler hat sich bemüht umfangreiche Tabellen und Übersichten zu erstellen (Shepherd, Susan J. et al.).

Ein praktischer Schlüssel ist in jedem Fall fructosearme Lebensmittel zu kennen und zu bevorzugen. Dazu zählen zum Beispiel Bananen, Beerenfrüchte oder Aprikosen. Ein professioneller Ernährungsberater kann bei täglichen Umsetzung weiterhelfen.


Quellen

Fedewa, Amy / Rao, Satish: Dietary fructose intolerance, fructan intolerance and FODMAPs.
Kim, Y. / Park, S. / Wolf, B. / Hertzler, S.: Combination of erythritol and fructose increases gastrointestinal symptoms in healthy adults.
Raithel, Martin / Weidenhiller, Michael / Hagel, Alexander Fritz-Karl / Hetterich, Urban / Neurath, Markus Friedrich / Konturek, Peter Christopher: Kohlenhydratmalassimilation häufig vorkommender Mono- und Disaccharide
Shepherd, Susan / Gibson, Peter: Fructose Malabsorption and Symptoms of Irritable Bowel Syndrome: Guidelines for Effective Dietary Management andjrnl.org/article/S0002-8223(0601704-4/fulltext target: blank text: )


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