Fructosefreie Lebensmittel nötig bei der hereditärer Fructoseintoleranz

Fructosefreie Lebensmittel - Die wichtigsten Fakten

  • Fructose kommt in vielen Lebensmitteln vor.
  • Es gibt verschiedenen Formen von Fructose Unverträglichkeiten.
  • Bei der seltenen Form, der hereditärer Fructoseintoleranz (Genkrankheit), sind fructosefreie Lebensmittel zu nutzen.
  • Von hereditärer Fructoseintoleranz abzugrenzen ist die häufig vorkommende intestinale Fructoseintoleranz.
  • Eine genaue ärztliche Diagnose kann lebenswichtig sein.

Fructosefreie Lebensmittel oder fructosearme Lebensmittel?

Ist ein völliger Verzicht auf Fructose nötig oder reicht es, Fructose in der Nahrung zu reduzieren? Die Antwort darauf hängt entscheidend von der Art der Unverträglichkeit ab.

In Verbindung mit dem Fructose-Stoffwechsel wird grundlegend zwischen zwei Formen der Nahrungsmittelunverträglichkeit unterschieden:

  1. Intestinale Fructoseintoleranz (auch Fructosemalabsorption oder Fruktoseunverträglichkeit genannt): Der Zucker gelangt in den Dünndarm. Dort kommt es jedoch zu Aufnahmeschwierigkeiten, weil bestimmte Transportmoleküle nicht ordentlich funktionieren. Es handelt sich um eine erlangte Krankheit.
  2. Hereditäre Fructoseintoleranz: Eine seltene Erbkrankheit, bei der ein Enzym defekt ist. Die Fruktose gelangt über Mund, Magen und Darm zwar zur Leber, kann dort aufgrund des Defekts aber nicht weiter verstoffwechselt werden.

Ärztliche Diagnose und Anweisung für fructosefreie Lebensmittel

Wenn von „Fructoseintoleranz“ gesprochen wird, ist damit in aller Regel die intestinale Fructoseintoleranz gemeint. Sie stellt die häufigste Lebensmittelunverträglichkeit dar. Als Therapie empfiehlt sich eine Reduktion der Fructose-Aufnahme auf ein individuell verträgliches Maß. Von einem kompletten Verzicht auf Fructose wird sogar abgeraten.

  • Bis zu 30% der Erwachsenen zeigen Symptome einer intestinalen Fructoseintoleranz. Dazu zählen Blährungen, Durchfall, Übelkeit oder Krämpfe.

Anders verhält es sich bei der hereditären Fructoseintoleranz. Ursache ist hier ein seltener Gendefekt des Enzyms namens „Aldolase B“ (Fructose-1,6-bisphosphat Aldolase). Als Therapie ist ein kompletter Verzicht auf Fructose nötig.

Ärztliche Anweisung für fructosefreie Lebensmittel unbedingt beachten!

Nach korrekter Diagnose einer hereditären Fructoseintoleranz ist das Einhalten ärztlicher Anweisungen unter Umständen lebenswichtig. Rumping et al. (2014) berichten von einem Fall, in dem ein 13-Jähriger im Rahmen einer Untersuchung eine gefährliche Unterzuckerung aufwies. Man hatte ausprobieren wollen, wie viel Fructose er verträgt.

Eine zu hohe Menge an Fructose kann für Personen mit einer hereditären Fructoseintoleranz lebensgefährlich sein.


Quellen

Ali, M. / Rellos, P. / Cox, T.: Hereditary fructose intolerance.
Bouteldja, N. / Timson, D.: The biochemical basis of hereditary fructose intolerance.
Fedewa, Amy / Rao, Satish: Dietary fructose intolerance, fructan intolerance and FODMAPs.
Jones, Hilary F. / Butler, Ross N. / Brooks, Doug A.: Intestinal fructose transport and malabsorption in humans
Ledochowski, Maximilian: Nahrungsmittel-Intoleranzen. Unverträglichkeiten erkennen und damit gut leben
Lopes A, / Almeida, A./ Costa, A. / Costa, A. / Leite, M.: Hereditary fructose intolerance.
Montalto, M. / Gallo, A. / Ojetti, V. / Gasbarrini, A.: Fructose, trehalose and sorbitol malabsorption
Rumping, L / Waterham, H. / Kok, I/ van Hasselt, P. / Visser, G.: Hereditary fructose intolerance
Zopf, Yurdagül et al.: Differenzialdiagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten


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