Glutenunverträglichkeit - Alle Infos rund um die Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Glutenunverträglichkeit

Glutenunverträglichkeit - Die wichtigsten Fakten

  • Das Krankheitsbild der Glutenunverträglichkeit konnte 1888 zum ersten Mal beschrieben werden.
  • Die Glutenunverträglichkeit ist unter dem Namen Zöliakie oder einheimische Sprue bekannt.
  • Das Getreideklebereiweiß Gluten ist Auslöser für die Unverträglichkeit.
  • Enthalten ist Gluten besonders in den Produkten: Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer und Gerste.

Glutenunverträglichkeit - was ist das genau?

Gluten kommt vor allem in unterschiedlichen Getreidearten und den daraus entstandenen Produkten vor. Das Getreideklebereiweiß Gluten ist dabei, wie der Name vermuten lässt, eine Substanz, die beispielsweise beim Backen dem Teig Elastizität verleiht und diesen zusammenhält.

Etwa 5 % der Bevölkerung sind von einer Glutenunverträglichkeit betroffen. Die Resorption bestimmter Nahrungsbestandteile ist durch einen Enzymdefekt gestört. Dies führt zu Mangelerscheinungen, da nicht genügend Nährstoffe aus der aufgenommenen Nahrung verwertet werden können.

Die Symptome betreffen grundsätzlich den Magen-Darm-Trakt: Durchfall, Krämpfe, Blähungen, Übelkeit, Müdigkeit und Gewichtsverlust.

Eine Vielzahl der Betroffenen weiß nicht, woher die Beschwerden stammen und lebt mit der Unverträglichkeit und den damit verbundenen Beschwerden ohne die Ursache dafür gefunden zu haben. Durch eine Blutuntersuchung auf Antikörper und eine Magenspiegelung beziehungsweise Dünndarmbiopsie, lässt sich eine Unverträglichkeit gegen Gluten nachweisen.

Glutenunverträglichkeit im Überblick

NahrungsmittelunverträglichkeitGlutenunverträglichkeit
SymptomeStörungen des Magen-Darm-Trakts (Durchfall, Krämpfe, Blähungen), Übelkeit, Müdigkeit und Gewichtsverlust.
UrsachenDas Immunsystem der Betroffenen erkennt das Gluten fälschlicherweise als etwas Feindliches.
Bedenkliche LebensmittelDie Getreidearten Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer, Gerste und daraus entstandene Produkte.
Unbedenkliche LebensmittelGlutenfreie Produkte: beispielsweise glutenfreie Nudeln oder glutenfreie Backwaren.

Glutenunverträglichkeit - Symptome

Die Symptome einer Zöliakie sind hauptsächlich Bauchbeschwerden. Nach dem Genuss eines Brötchens spannt es im Magen, der Betroffene reagiert druckempfindlich sowie mit Blähungen. Auch Völlegefühl oder Durchfall können als Beschwerden hinzukommen.

Im fortgeschrittenen Stadium der Unverträglichkeit wird die Dünndarmschleimhaut beschädigt, was zu einer Minderung der Nährstoffaufnahme führt. Besonders stark ist die Aufnahme von Eisen und Kalzium eingeschränkt - Mangelerscheinungen sind somit die Folge.

Glutenunverträglichkeit - welche Lebensmittel sind erlaubt?

Heilbar ist die Unverträglichkeit nicht. Da aber etwa 1 von 100 Deutschen betroffen ist, haben sich die Gesellschaft und die Lebensmittelindustrie auf diese Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit sehr gut eingestellt. So gibt es beispielsweise in nahezu jedem Supermarkt glutenfreie Produkte zu kaufen.

Einen geschmacklichen Unterschied gibt es bei den Produkten kaum.

Die beste Therapiemöglichkeit für eine rasche Besserung der vorhandenen Beschwerden, ist die Kostumstellung. Nur so besteht für die Darmschleimhaut die Möglichkeit, sich zu erholen.

Alternative Lebensmittel, die kein Gluten beinhalten, sind: Reis, Mais, Buchweizen, Hirse oder Sojabohnen. Besonders bei Fertigprodukten lohnt sich ein doppelter Blick in die Inhaltsstoffe. Oft wird Gluten zusätzlich als Stabilisator und Aromastoffträger eingesetzt. Es bindet zudem Wasser und geliert.

  • Beachtet man eine strikte glutenfreie Diät, ist das Leben mit einer Glutenunverträglichkeit zwar eine Umstellung, aber durchaus beschwerdefrei möglich.

Ursachen und Heilungschancen der Glutenintoleranz

Die Symptome entstehen, da der Körper das Gluten als etwas Feindliches einstuft. Im Verlauf der Unverträglichkeit kann auch die Dünndarmschleimhaut verletzt werden. Dies führt zu einer schlechteren Resorption von wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Fetten.

Die Antikörper, die das Immunsystem produziert, richten sich gegen das Gluten sowie gegen körpereigene Substanzen. Die Unverträglichkeit kann daher auch als eine Autoimmunerkrankung angesehen werden, bei der die Betroffenen oftmals auch an weiteren Autoimmunerkrankungen wie Diabetes oder Rheuma leiden.

Eine Glutenunverträglichkeit ist nicht direkt vererbbar. Man kann aber eine Anlage zur Unverträglichkeit erben (genetische Disposition). Besonders bei Kindern sollte eine strikte glutenfreie Diät eingehalten werden, da bei ihnen ansonsten durch den eintretenden Nährstoffmangel Wachstumsstörungen die Folge sein können.


Quellen

Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V.: Zöliakie
Miligui, Josef: Ernährung bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
Schmiedel, Volker: Verdauung!: 99 verblüffende Tatsachen
Ern, Guido / Fischbach, Ralf:Der Allergien-Ratgeber: Symptome, Risiken und Therapien
Schär, Gluten-free Guide: Einstieg in die glutenfreie Ernährung
Ledochowski, Maximilian: Wenn Brot & Getreide krank machen: Gluten-Intoleranz, Zöliakie - oder was sonst?


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