saccharoseintoleranz

Saccharoseintoleranz - Die wichtigsten Fakten

  • Saccharoseintoleranz beschreibt eine Stoffwechselstörung, bei der gewöhnlicher Haushaltszucker im Körper nicht oder nur teilweise abgebaut werden kann.
  • Betroffene können aufgrund eines Enzymmangels oder Enzymdefekts des Enzyms Ducrase-Isomaltase die Saccharose nicht vollständig im Körper abbauen. Beim Abbau bleiben Restteile des Zuckers durch die nicht stattfindende Verstoffwechselung im Dickdarm zurück. Es kommt zu Magen-Darm-Beschwerden.
  • Abgesehen von Saccharose fällt auch die Maltose unter den Begriff der Saccharoseintoleranz.
  • Betroffene sollten daher Nahrungsmittel, die den Haushaltszucker Saccharose sowie Maltose (Malzzucker) enthalten, von ihrem täglichen Speiseplan streichen.

Saccharoseintoleranz - ein Überblick

Die Unverträglichkeit gegen Saccharose lässt sich in zwei Formen aufteilen. Dabei gilt die primäre Form der Saccharoseintoleranz als sehr selten vorkommende Stoffwechselstörung.

Bei dieser Form der Unverträglichkeit ist der Enzymdefekt (der für den verminderten Abbau der Saccharose ausschlaggebend ist) vererbt. Häufig treten die ersten Symptome im Säuglingsalter schon mit der ersten zuckerhaltigen Mahlzeit auf.

Die sekundäre Form der Unverträglichkeit ist die Saccharose-Isomaltose-Malabsorption. Bei ihr liegt die Ursache in einer Grunderkrankung (beispielsweise einer vorausgehenden Darmerkrankung, Darmentzündung oder Zöliakie).

Die Häufigkeit der Betroffenen Personen liegt in Europa bei lediglich 0,02 Prozent. Die Saccharoseintoleranz ist daher im Vergleich zu anderen Unverträglichkeiten wie der Laktoseintoleranz oder der Glutenunverträglichkeit relativ unbekannt.

Saccharoseintoleranz im Überblick

NahrungsmittelunverträglichkeitSaccharoseintoleranz
SymptomeBauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, bei Säuglingen kann es bei einer späten Diagnose zu Wachstumsstörungen kommen.
UrsachenBetroffenen können aufgrund eines Enzymmangels oder Enzymdefekts des Enzyms Ducrase-Isomaltase Saccharose nicht vollständig im Körper abbauen. Dies kommt in seltenen Fällen aufgrund einer erblich bedingten, ansonsten in Folge einer Grunderkrankung (Darmerkrankung oder Zöliakie) vor.
Bedenkliche LebensmittelLebensmittel die Haushaltszucker enthalten: Obstsorten wie Mango, Banane, Ananas, aber auch Rohr-,
Zuckerrüben-, Puder-, Kandiszucker, Malzprodukte wie Getreide, Nudeln, Bier, Getreide, Cerealien, Kartoffeln.
Unbedenkliche LebensmittelZuckerfreie Lebensmittel, malzzuckerfreie Produkte (keine Produkte die beim Keimen von Getreide entstehen). Der übliche Haushaltszucker kann durch Trauben-, Milch- oder Fruchtzucker (Glukose, Laktose, Fruktose) ersetzt werden.

Saccharoseintoleranz - eine Übersicht über auftretende Symptome

Symptome wie

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Übelkeit
  • Probleme der Atemwege

sind häufige und typisch vorkommende Symptome.

Bei Säuglingen, die an der genetischen, vererbten primären Form der Unverträglichkeit leiden, können sogar Wachstumsstörungen auftreten.

  • Die unangenehmen Beschwerden müssen jedoch keinesfalls vom Betroffenen hingenommen werden. Die einfachste Therapiemethode ist die Kostumstellung. Die Saccharose sollte für den ersten Zeitraum komplett aus dem Speiseplan verbannt werden. Schon nach wenigen Tagen zeigt sich die Wirkung dieses ersten Schritts in Richtung Besserung: Die Beschwerden und Symptome sollten schon nach wenigen Tagen abgeklungen sein.

Saccharoseintoleranz - Diagnose und Heilungschancen

Da die primäre Form der Saccharoseintoleranz eine angeborene Krankheit in Form einer Stoffwechselstörung ist, kann eine Heilung als ausgeschlossen erachtet werden. Die einzige und korrekte Form der Therapie liegt dabei in einer saccharosefreien Ernährung.

Unterstützend können Enzympräparate eingenommen werden, die präventiv helfen, die zugeführte Saccharose zu verdauen.

Liegt die sekundäre Form vor, muss je nach Ausprägung der Enzymaktivität eine Kostumstellung erfolgen und die Grunderkrankung behandelt werden. Betroffene, die zunächst nur vermuten an einer Saccharoseintoleranz zu leiden, können durch Beobachtung der klassischen Magen-Darm-Beschwerden eine Testphase einleiten. Dabei kann im Alleingang oder unter ärztlicher Aufsicht gezielt Saccharose zugeführt werden, um so die sichere Diagnose zu erhalten.

Wer gezielt Gewissheit bezüglich der Diagnose haben möchte, kann aber auch mithilfe einer Dünndarmbiopsie nach der Aktivität der Ducrase-Isomaltase testen lassen.

Bezüglich der Toleranzgrenze steigt diese bei Kindern mit zunehmenden Alter und die Saccharose wird im Verlauf immer besser vertragen.

  • Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Saccharose frühzeitig zu erkennen und zu lernen mit ihr umzugehen, ist äußerst wichtig für die Betroffenen. Wichtig ist zudem zu lernen, richtig zu identifizieren, in welchen Lebensmitteln "die Gefahr" steckt. Das ist oftmals erst auf den zweiten, wenn nicht sogar dritten Blick erkennbar. Der übliche Haushaltszucker kann in der täglichen Ernährung durch Trauben-, Milch- oder Fruchtzucker (Glukose, Laktose, Fruktose) ersetzt werden.

Quellen

Klinische Paediatrie, Band 192
Brendel, Detlef / Müller, Sven-David: Die Zucker-Lüge: Wie das Lebensmittel-Kartell uns einredet, dass Essen krank macht
Müller-Nothmann,Sven-David / Vogt, Michael / Nothmann, Doreen: Moderne Ernährungsmärchen: Was ist dran an: Zucker macht krank, Eier erhöhen den Cholesterinspiegel


Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen Ok