Sorbitintoleranz - Überblick über die Unverträglichkeit gegen Sorbit

Sorbitintoleranz - Überblick über die Unverträglichkeit gegen Sorbit

Sorbitintoleranz - Die wichtigsten Fakten

  • Bei Sorbit oder Sorbitol handelt es sich um einen Zuckeralkohol bzw. um einen Zuckeraustauschstoff.
  • Sorbit wird aus Glukose gewonnen, im Dünndarm abgebaut und dort zu Fructose dehydriert.
  • Sorbit kommt in Kaugummis, Süßigkeiten aber auch in Früchten, Trockenfrüchten und Diabetiker- und Lightprodukten vor.
  • Häufig kommen eine Fructoseintoleranz und eine Sorbitintoleranz zusammen vor, da beide Substanzen dasselbe Transportprotein nutzen.
  • Da sie sich gegenseitig verstärken können, sollte unbedingt abgeklärt werden, ob beide Intoleranzen vorliegen.

Sorbitintoleranz - der Zuckeraustauschstoff und seine Auswirkungen

Für Betroffene einer Sorbitintoleranz reichen schon geringe Mengen des Sorbits für negative Auswirkungen. Aber auch bei Menschen, die keine Unverträglichkeit auf Sorbit besitzen, führt eine große Menge (ab 20 Gramm) Sorbit zu Nebenwirkungen. Die Kennzeichnung der abführenden Wirkung auf der Verpackung gilt somit für alle Verbraucher.

Da der Abbau von Sorbit ohne Insulin erfolgt und den Blutzuckerspiegel kaum erhöht, gilt Sorbit als bevorzugte Substanz zum Süßen im Hinblick auf Produkte, die für Diabetiker geeignet sind.

  • Aufgrund der Dehydrierung zu Fructose liefert auch der Zuckeraustauschstoff Kalorien. Im Vergleich zum gewöhnlichen Zucker deutlich weniger. Die Annahme, dass überhaupt keine Kalorien in sorbitolhaltigen Produkten stecken, ist jedoch nicht korrekt.

Sorbitintoleranz im Überblick

NahrungsmittelunverträglichkeitSorbitintoleranz
SymptomeHauptsächliches Leitsymptom ist Durchfall, aber auch Blähungen, Krämpfe im Bauch und ein Völlegefühl können folgen.
UrsachenSorbit kann im Dünndarm nicht oder nicht ausreichend verwertet werden (Resorptionsstörung).
Bedenkliche LebensmittelKaugummis, Süßigkeiten, Früchte und Trockenfrüchte mit hohem Sorbitgehalt wie beispielsweise Pflaumen, Aprikosen, Süßkirschen, Rosinen und Datteln, E-Nummer 420 (in Medikamenten oder als Geschmacksstoff in den unterschiedlichsten Produkten insbesondere Zahnpasta).
Unbedenkliche LebensmittelEs sollte immer auf die Zutatenliste bei industriell hergestellten und abgepackten Lebensmitteln geachtet werden. Als unbedenklich im Hinblick auf den Sorbitgehalt gelten unter anderem beispielsweise Fisch, Fleisch, Nudeln, Kartoffeln, Brot, Eier, Wasser, Tee und Kaffee.

Sorbitintoleranz - Symptome

Die klassischen Beschwerden, die mit einer Sorbitunverträglichkeit einhergehen, sind meist unangenehm und schmerzhaft und betreffen sehr häufig den Stuhlgang.

Zu einer Grundeigenschaft des Sorbits zählt die Stuhlgang fördernde Wirkung. Die Symptome der Unverträglichkeit können direkt nach dem Verzehr aber auch zeitlich versetzt bis hin zu zwei Tagen danach auftreten. Diese Tatsache bereitet vielen Betroffenen Schwierigkeiten, die vorhandenen Symptome korrekt zu deuten.

Das auftretende Unwohlsein schieben sie daher zunächst auf andere Probleme wie beispielsweise eine Magen-Darm-Erkrankung. Die Symptome können dabei in einem Tagebuch, das die tägliche Ernährung kommentiert, festgehalten werden. Dies erleichtert später die Feststellung der Intoleranz.

Sorbitintoleranz - Lebensmittel

Da Sorbit in natürlichen Lebensmitteln - in bestimmten Früchten - vorkommt, ist es hier logischerweise nicht extra gekennzeichnet. Betroffene einer Unverträglichkeit gegen Sorbit müssen selbstständig über den Sorbitgehalt verschiedener Früchte Bescheid wissen.

Wird Sorbit künstlich zugesetzt, trägt die Verpackung eine Kennzeichnung, dass bei erhöhter Einnahme eine abführende Wirkung auftreten kann.

  • Betroffene sollten besonders auf die E-Nummer 420 achten. Hinter dieser steckt Sorbitol, welches häufig in Medikamenten (Hustensaft) oder als Geschmacksstoff in industriell hergestellten Produkten (Mundspülung, Abführmittel, Kosmetika, Zahnpasta, Senf, Backwaren) verwendet wird.

Sorbitintoleranz - Ursachen und Heilungsmöglichkeiten

Der Arzt kann mit einem H2-Atemtest die Unverträglichkeit gegen Sorbitol feststellen. Auch im Selbsttest ist die Sorbitolintoleranz feststellbar.

Dabei können gezielt sorbitolhaltige Nahrungsmittel zugeführt werden. Da dann aber die genaue Toleranzmenge nicht bestimmt werden kann, empfiehlt es sich, eine bestimmte Menge Sorbitol aus der Apotheke verdünnt in einem Glas Wasser zu sich zu nehmen, um im Nachgang die genaue zu den Beschwerden führende Menge ausmachen zu können.

Wird die Diagnose Sorbitintoleranz abschließend festgestellt, empfiehlt sich eine sorbitfreie Ernährungsumstellung. Die Beschwerden sollten schon nach wenigen Tagen abgeklungen sein.


Quellen

Schmiedel, Volker: Verdauung!: 99 verblüffende Tatsachen
Ledochowski, Maximilian: Wegweiser Nahrungsmittel-Intoleranzen: Wie Sie Ihre Unverträglichkeiten erkennen und gut damit leben
Steeb, Sigrid: Lebensmittelunverträglichkeiten So testen Sie sich selbst
Wacker, Sabine: Basenfasten! Die Wacker-Methode
Nesterenko, Sigi: Fructoseintoleranz: krank durch Obst, Gemüse und Süßigkeite
Wirth, Sabrina: Nahrungsmittelintoleranz?!: Der Wegweiser durch den Dschungel der Nahrungsmittelunverträglichkeiten


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